Kleiner Bib-Shortstest – oder „Wie absolviere ich meine „Biopause“ ohne mich komplett auszuziehen?“

Das Rad ist ja bestellt, aber leider gehört zum Radfahren ja noch eine Menge anderes… Helm, Pedale, Flaschenhalter, Handschuhe…. So langsam wächst der Stapel mit den Fahrradsachen in meinem Wohnzimmer. Am wichtigsten war mir aber eine Hose die so gepolstert ist, dass ich nicht gleich nach zwei Kilometern jammere dass mir der Hintern weh tut.

Zum Glück habe ich ja einen passionierten Radler in der Wohnung, der mir zu einer Bib-Shorts geraten hat, da durch diese der Nierenbereich etwas geschützt ist. Eine kurz Hose kann ja prima durch Knielinge ergänzt werden (auch wenn die noch in meiner Sammlung fehlen). Also machte ich mich auf die Suche und bestellte gleich 5 unterschiedliche Hosen, die ich euch vorstellen möchte.

Die erste war die „dhb Aeron Halterneck Trägershorts Damen“ für 62,99€ (reduziert von 89,99€). Eine coole Idee ist der Neckholder. Frauen haben es bei der Pipipause („Biopause“ ist wohl der Euphemismus) etwas schwerer als Männer, wenn sie sich erst aus dem Trikot und dann noch aus der Hose schälen müssen. Daher haben sich die Hosenhersteller Gedanken gemacht. Hier kann man den Neckholder einfach über den Kopf streifen und die Hose herunterziehen. Das Trikot kann dabei anbehalten werden. Beim Anprobieren kamen mir allerdings Zweifel, ob der Neckholder nicht langfristig doch zu viel Druck auf den Nacken ausübt oder scheuert. Ansonsten saß die Hose aber top und auch das Sitzpolster überzeugte durch verschiedene Polsterteile die dafür sorgen, dass keine Falten geworfen werden. Der Rücken ist durch den Neckholder komplett frei, ein Nierenschutz also überhaupt nicht gegeben. Für den Hochsommer aber sicherlich toll.

https://www.bike24.de/p1274613.html

Hose Nummer zwei war die „PEARL iZUMi SELECT Women’s Pursuit Attack„, UVP 89,95€, im Angebot für 52,99€. Optisch schön durch den Verschluss, der die Träger vor der Brust und nicht an den Seite hält. Das Rückenteil wird nur in die Hose gesteckt. Dadurch ist auch hier die Biopause einfach, da die Hose einfach ohne weitere Umbauten heruntergezogen werden kann. Der Nachteil ist, dass der weiße Stoff am Rücken leicht aus der Hose rutschen kann und nie ganz faltenfrei liegt. Letzteres ist natürlich nicht so dramatisch, da dies ja durch ein Radtrikot verdeckt wird. Ausschlaggebend für die Rücksendung der Hose war aber letztendlich die Qualität des Polsters, die mich im Gegensatz zu den anderen überhaupt nicht überzeugt hat. Es ist sehr dünn und besteht aus einem durchgehenden Material, welches leicht zerknautscht. Schön bei dieser Hose ist der hoch geschnittene Rücken und auch die gute Passform.

https://www.bike24.de/p1206115.html

Die nächste Hose war mein Favorit, auf den ich mich sehr gefreut habe. Mit dem Verschluss an der Vorderseite wie beim vorherigen Modell und den weißen Streifen an den Oberschenkeln optisch ein Highlight. Es geht um die „GORE Wear C5 Damen Kurze Trägerhose black/white„. Die UVP liegt hier bei 109,95€, bei bike24 für 75,99€. Beim Polster hat sich GORE nicht lumpen lassen. Es besteht aus mehrer Flächen und ist an die weibliche Anatomie angepasst. Sie sitzt sehr knapp, aber wenn man sich erst einmal reingezwängt hat, sieht sie auch super aus. Ein bisschen Kompression hat ja noch keinem geschadet. Auch hier ist der Rücken geschützt, aber etwas schmaler geschnitten als bei der PEARL. Für die Erleichterung hat GORE zwei Reißverschlüsse auf Höhe der Oberkante des Beckens eingebaut, die beidhändig zu öffnen sind ohne sich hinter dem Rücken den Arm zu brechen. Aber beim Ausprobieren musste ich feststellen, dass das leider so gar nicht funktioniert. Die Reißverschlüsse sind zu kurz und zu weit oben, sodass sie zwar aufgehen, die Hose sich aber (auch hockend) nicht einmal halbwegs herunterziehen lässt. Ob es besser wäre, wenn die Hose eine Nummer größer wäre (gab es leider nicht mehr), weiß ich nicht. Ich bezweifle es aber stark. Wirklich schade. Durch die Spannung ist vermutlich auch die Lebensdauer der Reißverschlüsse begrenzt.

https://www.bike24.de/p1266058.html

Minimalistisch aber auch schicke kam die von 109,00 auf 69,99€ reduzierte „Etxeondo Koma 2 Bib Shorts Women Black/White“ daher. Ein schickes Polster und weiche Träger machen sie zu einer sehr schönen Bibshorts. Die Träger sind zwar sehr bequem machen aber aufgrund der fehlenden Nähte den Eindruck als ob sie zum Ausleihern neigen. Nur eines fehlt mir als Frau, womit mich die anderen Modelle einfach überzeugt haben: die Möglichkeit sich „die Nase zu pudern“ ohne sich komplett auszuziehen. Wenn man diese Möglichkeit kennengelernt hat, möchte Frau auch nicht darauf verzichten.

https://www.fahrrad.de/etxeondo-koma-2-bib-shorts-women-M667050.html?dwvar_M667050_color=785137&dwvar_M667050_9=1320&cgid=37305

Kommen wir zu meinem Testsieger, der bleiben durfte und mir hoffentlich angenehme Stunden auf dem Rad beschert. „Endura FS260 Pro DS Bibshort Damen Schwarz„. Kostenpunkt 57,99€ (von UVP 99,99€). Hier passte das komplette Paket. Der Rücken wird durch den Netzstoff etwas warm gehalten, und die Hose ist schick geschnitten. Der Stoff fühlt sich fest und wertig an. Schon beim Anziehen wusste ich, dass das meine Hose ist. Nach dem GORE-Desaster machte mir der Reißverschluss an der Hüfte Sorge. Hier verläuft er von Oberschenkel zu Oberschenkel. Auch hier ist er etwas unter Spannung, sodass man ihn mit Gefühl auf und zu machen sollte, aber letzten Endes funktioniert das Ganze und der Getränkerückgabe steht nichts im Wege. Wenn man nicht gerade auf jeder Tour drei Mal austreten muss sollte er auch eine ganze Weile halten.

https://www.fahrrad.de/endura-fs260-pro-ds-bibshort-damen-M147237.html?dwvar_M147237_color=335036&dwvar_M147237_9=465&cgid=

Heute werde ich sie das erste Mal ausprobieren, wenn ich meinen Freund bei einer Laufrunde begleite. Dafür nutzte ich heute sein Mountainbike. Ich bin sehr gespannt. Allerdings bin ich nicht sehr optimistisch. Nach unserer Valentinstagtour auf dem guten alten Herkules meines Vaters tut mir auch heute (zwei Tage später) der Popo noch heftig weh.

Nachtrag

So, die die nächste Radtour habe ich in der Tasche. Ich habe meinen Freund Kai auf seinem MTB begleitet. Mit dabei waren sein Zwillingsbruder und dessen Sohn. Das war also gleich meine MTB-Premiere. Das Rocky Mountain fuhr sich gut, wenngleich der breite Lenker etwas ungewohnt ist. Zwischendurch taten mir ganz schön die Ellenbogengelenke weh. Ob ich wohl doch etwas verkrampft gefahren bin? Dem Hintern ging es vergleichsweise gut. Die Hose sitzt gut und die Polster sitzen an den richtigen Stellen. Natürlich tun aber die Sitzhöcker noch von der Tour am Donnerstag weh. Die Oberschenkel haben zwischendurch auch ein wenig gebrannt, aber so im Nachhinein geht es mir gut. Madame war allerdings so geschickt, zwischendurch die Uhr nicht wieder zu starten. So sind mir zwei Kilometer verloren gegangen. Insgesamt waren es wohl 12,78 hügelige Kilometer.

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