Graveltour #3 – Grenzerfahrung – die erste 50 km-Tour mit Querung der ehemaligen innerdeutschen Grenze

Am Wochenende wollte ich zum ersten Mal die 50er-Marke knacken. Dafür suchten wir uns eine Route mit vielen Radwegen aber auch einigen Straßenabschnitten und einem knackigen Anstieg. Von Herzberg radelten wir nach Rhumspringe. Von dort an Hilkerode vorbei Richtung Zwinge. Da kamen wir an der Gedenkstätte Ankerode vorbei.

Ankerode wurde urkundlich bereits im Jahr 951 von Otto I. erwähnt. Verlassen wurden die Gehöfte im 16. Jahrhundert, was möglicherweise mit dem Bauernkrieg von 1524-1525 zusammenhing. Heute erinnert ein Kreuz an den Standort der Ankeroder Kirche.

Kurz vor Zwinge kreuzten wir die ehemalige innerdeutsche Grenze zum ersten Mal. Erst wenn man eine Strecke erradelt wird einem bewusst, wie nah die Grenze doch tatsächlich war, bzw. wie schnell man in Thüringen ist. Zur Grenzöffnung 1989 war ich zarte zwei Jahre alt. Bewusst erlebt habe ich die Trennung der BRD und DDR also nicht, aber in unserer Gegend wird man immer wieder an die knapp 1400 km lange Grenze durch Schilder, Grenztürme und Gedenkstätten erinnert. Heute erinnert vor allem das Grüne Band daran, der größte Biotopverbund Deutschlands daran. 600 bedrohte Tier- und Pflanzenarten kommen in diesem Grüngürtel von Travemünde bis Hof vor.

Von Zwinge ging es vorbei an Silkerode über Bokelnhagen. Hier erlebte ich meine persönliche Grenzerfahrung. Bergfahren ist ja noch nicht meins und die paar Kurven bis zum nächsten Grenzübertritt hatten es in sich. Allerdings hat es auch etwas Gutes, dass ich noch eine kleine Verschnaufpause brauchte, da wir während dieser in der Talsohle recht lange einen Rehbock und eine Ricke beobachten konnten, die im Frühlingsrausch ihre Runden durch die Talsohle drehten und sich von uns überhaupt nicht stören ließen. Da der Bock die Dame relativ schnell durch das Unterholz gejagt hat, kann ich davon leider keine Bilder liefern.

Einige Meter weiter machten wir eine kleine Rast und einige Fotos am Grenzturm. Weiter ging es – zum Glück überwiegend bergab – über Bartolfelde nach Bad Lauterberg. Hier wollten wir aufgrund des frischen Windes eigentlich Waffeln im Café Schnibbe, DER Konditorei Lauterberg essen. Leider gab es keine und wir mussten auf Kuchen und Torte umsteigen. Aber auch die waren super lecker.
https://cafe-schnibbe.de/

Mit neuer Energie ging es über Barbis und Scharzfeld nach Hause. Und ich muss sagen: es wird. Natürlich war ich nach 51 km etwas erschlagen und die Oberschenkel merke ich auch jetzt noch ein wenig, aber nach dem Duschen hatte ich sofort wieder Lust auf einen Spaziergang.

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