Höhenmeter-Torto(u)r – viel Wind und viel Kopfsteinpflaster

Bei Facebook habe ich zusammen mit meinem Freund und noch einem Bekannten einen Startplatz für die CycleTour von Braunschweig nach Magdeburg gewonnen. Diese findet am 15.09., also nächste Woche statt. Hier werden verschiedene Distanzen angeboten. Ein Rennen über 100 km bei dem ich die geforderte Geschwindigkeit von 28 km/h noch nicht fahren kann. Eine 60 km-Tour die zwischen den beiden Städten beginnt und ohne Zeitmessung stattfindet und dasselbe noch über die 100er-Distanz. Ich weiß nicht, was mich da geritten hat, aber ich habe mich für die 100er-Runde angemeldet. Prinzipiell sicher machbar, wäre da nicht die Querung des Elm, die dazu führt, dass die Tour 890 Höhenmeter hat. Bisher hatten auch meine längeren Fahrten eher so um die 500… Damit ich nicht völlig in der nächsten Woche überrumpelt werde habe ich mir mit komoot eine schöne 80 km Runde zusammengebastelt. „Schön“ wirkte sie zumindest auf dem PC. Wirklich schön war zumindest das Wetter. Also die Sonne schien… Aber der Wind war alles andere als ohne.

Wie mir immer wieder eingebläut wird, bin ich am Donnerstag ganz locker und leicht tretend gegen 16.30 Uhr losgerollt. Allerdings war das schlagartig am ersten Berg nach etwa 10 km vorbei. Mit einer ersten Verschnaufpause und völlig abgekämpft kam ich oben am Windpark Königshagen an. Da die Rückseite des Hügels gepflastert ist, war auch die Abfahrt alles andere als entspannt. Etwas angenehmer verlief der weitere nur leicht hügelige Weg über Silkerode, Zwinge und Sonnenstein, da Asphalt nur selten böse Überraschungen bereit hält. In Sonnenstein lotste mich meine Uhr auf einen Feldweg, der schon mental einiges an Kraft verlangte. Er ging nämlich lange schnurgerade bergauf.

Auch an der nächsten Kreuzung führte mich der Weg noch höher, was immerhin durch eine schöne Aussicht  belohnt wurde. Von nun an wurde es richtig unangenehm. Zwar wechselten Bergauf- und Bergabschnitte, jedoch wurde an jedem steileren Abschnitt der Teer durch Kopfsteinpflaster abgelöst. Ich vermute, dass dies übermütigen Autorasern die Felddurchfahrt vermiesen soll. Mir hat es diesen Abschnitt allerdings auch vermiest. Schön war erst wieder die lange Gerade nach Limlingerode, bei der ich entspannt strampeln konnte. Zwischen Mackenrode und Tettenborn kreuzte ich die ehemalige innerdeutsche Grenze und in Tettenborn zog mir jemand den Stecker.

Grenzübergang zwischen Mackenrode und Tettenborn
Die neue Ortsumgehung.

Ich versuchte mehr zu trinken und nahm ein Gel und kämpfte mich weiter. Eigentlich war das Ziel Walkenried. Ein Schild wies allerdings daraufhin, dass die Ortsdurchfahrt gesperrt sei. Ich fuhr noch ein paar Meter in Richtung Walkenried, hörte noch einmal ganz tief in mich hinein und wendete. Mit ziemlicher Sicherheit wäre ich als Radfahrer durch die Sperrung hindurch gekommen, aber ich hatte keine Lust auf böse Überraschungen und wählte daher den direkten Weg über Bad Sachsa, vorbei am Sachstenstein mit schönen Abbruchkanten aus dem Gipsabbau.

In Sachsa wähnte ich mich auf dem Rückweg und fast zu Hause, was ich nach knapp 50 km ja auch war. Allerdings hatte ich den 1,2 km langen Anstieg in Sachsa mit teilweise über 10% Steigung unterschätzt. Auf halber Strecke überlegte ich, meine Eltern anzurufen und mich abholen zu lassen. Ich konnte WIRKLICH nicht mehr. Einige Meter schob ich das Rad und nippte noch ein paar Mal an meinem Wasser, was fast aufgebraucht war. Dunkel wurde es auch langsam und ich wollte nur noch nach Hause. Einen Anstieg bei Stein musste ich noch überstehen, dann lief es wieder besser, da bergab. In Barbis sprang ich über meinen Schatten und bat eine junge Frau mein Wasser aufzufüllen. Die 1,25l hatten nicht gereicht. Erst nach dreieinhalb Stunden rollte ich vor der Haustür vor. Mit knappen 70 km und über 700 Höhenmeter. Wind und Höhenmeter haben mir wirklich zu schaffen gemacht. Anstatt mich für das nächste Wochenende zu beruhigen bin ich jetzt erst recht nervös und weiß nicht, ob ich die Strecke bewältigen kann. Andererseits kann ich dann in der Gruppe fahren und ich habe mit meinem Freund mentale Unterstützung dabei, dass ich irgendwie auch 900 hm schaffe. Ich werde berichten.

4 Kommentare zu „Höhenmeter-Torto(u)r – viel Wind und viel Kopfsteinpflaster

      1. Nicht verrückt machen. Geh‘ das einfach an mit dem Gedanken daran: „ weil ich da Bock drauf habe!“. Einfach mit Freude an die Sache gehen und wenn Substanz ins Ziel kommst – das Gefühl wird dir keiner mehr nehmen können und hilft dir bei zukünftigen Fahrten! Also toi, toi, toi! 🙂

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