Winter-Blues

Das Jahr 2019 ist passé und ich wünsche allen ein schönes Jahr 2020. Für mich bin ich gespannt, was es für mich bringen wird. Im Jahr 2019 bin ich seit April – trotz krankheitsbedingten Ausfalls im Sommer – knapp 3000 km gefahren. Das ist für ein erstes Jahr gar nicht mal so übel. Für das kommende Jahr habe ich mir als Ziel 5000 km gesteckt. Außerdem habe ich bei einem Gewinnspiel die Teilnahme an der großen Weserrunde im August gewonnen. Ob ich da wirklich die 300 km fahre weiß ich noch nicht, aber man soll sich ja bekanntlich Ziele setzen.

Tour am 29.12.19

Puh, was ist das für ein Wetter. Zwischen den Jahren gab es ja ein paar tolle Tage, aber das Wetter der letzten Tage ist ja nicht wirklich schön. Mein erster Rad-Winter und ich muss feststellen, dass es viel einfacher ist, sich bei Kälte, Regen und Wind in die Laufklamotten zu werfen als sich aufs Rad zu setzen. Leider laufe ich ja nicht mehr, weshalb ich mich hin und wieder zwingen muss, mich aufs Rad zu setzen. Derzeit fällt das extrem schwer, auch wenn ich mir erst vor kurzem eine schöne Winterhose gegönnt habe. Die Windchill DS Bib Pants von Endura war im Angebot und hat mich daher nur knapp 70 € gekostet. Für den Preis bin ich total glücklich mit der Hose und hatte bei Touren um 0°C nie das Gefühl an den Beinen zu frieren. Gefroren habe ich allerdings trotzdem bitterlich und zwar an den Füßen. Im Moment bin ich ja noch mit meinen Sommerschuhen und Überschuhen unterwegs. Das geht etwa eine Stunde gut, aber dann werden die Zehen und später die Füße erst blau, dann weiß und schmerzen fürchterlich. Für eine kostengünstige Abhilfe sollten jetzt Merinosocken helfen. Die hatten jedoch auch nicht den gewünschten Effekt. Um 5°C prima, darunter dasselbe Spiel.

Rund am 30.12.19.

Was ist also zwangsläufig der nächste Schritt im Ausrüstungs-Wahnsinn? Winterschuhe müssen her. Eigentlich wollte ich damit noch eine Saison warten, aber es gibt für mich wenig Schlimmeres als kalte Füße. Also ab an den Laptop und bei den einschlägigen Bike-Shops nach Winterschuhen für Damen gesucht. Aber was soll ich sagen. Gibt es nicht! Ok, nicht ist gelogen. Aber Fahrrad.de bietet drei Paare in meiner Größe an, bike24 zwei, der bobshop gar keine. Ok, nicht die Ohren hängen lassen. Bei Hosen ist die Unterteilung in Männlein/Weiblein sicherlich wichtig, aber bei Schuhen scheint mir die Differenzierung überflüssig. Also habe ich mir den Mavic Crossmax SL Pro Thermo MTB Winterschuh für knapp 150 € bestellt. Er kommt recht sportlich daher und wahnsinnig stabil. Allerdings ging er noch einmal zurück, da die Größe für einen Winterschuh doch etwas knapp war. Jetzt warte ich auf das Paket mit der richtigen Größe und hoffe sehr, dass mir der Schuh endlich warme Füße beschert.

Neujahrsrunde
03.01.2020

Bis dahin werde ich mal zusehen, wo sich meine Motivation verkrochen hat. Auf dem Sofa hat sie sich jedenfalls nicht versteckt. Allerdings ist heute mein letzter Ferientag, der vielleicht doch noch mal genutzt werden sollte…

NACHTRAG

Hah, ich habe mich doch trotz trübem Wetters und Wind überwinden können! Vorgenommen hatte ich mir eine 60 km Runde, da wir diese Streckenlänge gestern aufgrund des Dauerregens geschwänzt hatten. Heute musste ich alleine los und ging es mal wieder etwas zu zügig an. Das werde ich wohl nicht mehr lernen. Jedoch ging es trotzdem relativ gut. Klar, an den Bergen klang ich wie immer wie eine Dampflock und über den durchschnittlichen Puls von 156 bpm brauchen wir nicht sprechen. Natürlich ist der viel zu hoch. Aber es hat heute Spaß gemacht, sodass ich nach meinem Stop in Gieboldehausen im Bike Point mit einem Espresso und heißer Schokolade beschloss, die Runde noch auszuweiten. So sind es doch noch 70 km mit 653 Höhenmetern geworden. Bazinga! Die Oberschenkel jammern jetzt, aber mein Schweinehund gibt keinen Laut von sich und hat sich unterm Sofa versteckt (wo wohl vorher meine Motivation war) und bleibt da hoffentlich erst mal für ein paar Tage versteckt.

CycleTour – mein erstes Radevent

(BEITRAG ENTHÄLT WERBUNG OHNE FINANZIELLES INTERESSE)

Ich schwebe noch total auf Wolken. Am Sonntag war ein richtig toller Tag, an dem ich an meinem ersten Radevent teilgenommen habe. Über ein Gewinnsspiel hatte ich die Gelegenheit bei der 4. CycleTour von Braunschweig nach Magdeburg zu starten. Zu den angebotenen Touren und Gründen für meine Wahl hatte ich bereits im letzten Beitrag etwas geschrieben. Angemeldet war ich zusammen mit meinem Freund Kai für die 100 km Tour und entsprechend recht nervös. Zwar gab es keinen Zeitdruck, aber die angekündigten 900 hm (meine Uhr zeigt weniger, aber angeblich sollen es um die 800 gewesen sein) und die lange Distanz waren neu für mich.

Am Vortag war Radpflege und – einstellung an der Tagesordnung. Hier hat Kai den Großteil erledigt, da ich kein Ahnung davon habe, wie man die Schaltung einstellt oder das Schleifen an der Bremse beseitigt. Da blieb mir nicht viel mehr als Werkzeug anzureichen und zuzuschauen. Zum Schluss durfte ich immerhin Speichen, Felgen und Reifen zu säubern. Mit blitzblanken Rädern im Keller mussten wir uns spontan noch um einen Radträger kümmern, da ein Bekannter, der uns eigentlich begleiten (und fahren) wollte absagen musste. Glücklicherweise haben meine Eltern einen Träger zu Hause… Danach fragen konnte ich leider nicht, da sie zu dem Zeitpunkt noch im Urlaub weilten. Abends legten wir uns noch die Kleidung zurecht und bereiteten Flaschen, Brote und Gels vor.

Morgens klingelte der Wecker um 5.30 Uhr. Aufstehen, frühstücken und anziehen – alles wie üblich, nur früher. Während ich die Sachen zusammenpackte ging Kai schon einmal runter um das Auto zu beladen. Kurz darauf stand er wieder vor der Tür. Der Schlüssel für den Träger war nicht da! Also ab ins Auto, zu den Eltern gebrettert, Schlüssel gesucht und gefunden und zurückgedüst. Dann ging alles recht zügig und wir hatten bald alles verladen. So ging es endlich los Richtung Braunschweig. Die Autobahn war schön frei, nur die Baustellen waren etwas lästig. In Braunschweig fanden wir hinter den Schlossarkaden einen kostenlosen Parkplatz (welch Luxus!) und holten zunächst unsere Startunterlagen. Mit dabei war ein kostenloses Trikot (welches wir dem Gewinnspiel zu verdanken hatten) und jede Menge Energie-Reserven in Form von Gels, Energy Gums und Traubenzucker, außerdem zwei Trinkflaschen und eine Flasche Wasser. Um keine Magenkrämpfe zu riskieren, ließen wir die Beigaben aber im Auto und nutzen unsere bewährten Gels.

Während das Starterfeld des Rennens an uns vorbeibrauste rollten wir zum Start. Zunächst noch besorgt, ob ich fit genug bin, stellte ich fest, dass hier auch ganz viele „Normalos“ mit den unterschiedlichsten Fahruntersätzen auf den Beginn der Tour warteten. Wir fuhren die Tour in den eigenen Trikots, da wir die neuen lieber vorher waschen wollten. Noch war es kühl aber die Sonne schien und versprach einen wundervollen Tag.

Mit dem Startschuss war auch die Nervosität wie weggeblasen. Langsam arbeiteten wir uns etwas vor. Wir waren sehr weit hinten gestartet, da wir unsere Eingruppierung (Block C) übersehen hatten und uns in Block E einquartiert hatten. Die ersten Kilometer rollten super und waren auch recht entspannt. Wir fuhren mehrreihig in einem sehr dichten Feld und näherten uns dem Elm. Relativ entspannt fuhren wir diesen hinauf und ich wartete die ganze Zeit, wann der schlimme Anstieg kommt, als wir diesen bereits lange hinter uns hatten. Der Sog des Windschattens einer großen Gruppe ist wirklich enorm. An der einzig längeren Steigung (wirklich steil war sie nicht) hatte ich keinerlei Schwierigkeiten.

Im Elm selbst ging es wellig weiter, sodass man auch immer wieder schöne Abfahrten hatte. Die beste war allerdings bei Schöningen: Ein Radstreifen auf tollem Asphalt, der 1,4 km ohne einmündende Straße schnurgerade bergab führt. Um mich zu erholen ließ ich mein Rad dort nur rollen – mit entspannten 55km/h im Schnitt und einer Höchstgeschwindigkeit von fast 69 km/h. Und das wohlgemerkt ohne zu treten!

Bei Hötensleben fuhren wir über die ehemalige Innerdeutsche Grenze. An diesem Grenzübergang finden sich auch noch ein Grenzturm sowie eines der letzten Teilstücke der Mauer mit Signalzaun und Kfz-Hindernissen. Seit 1990 steht das Grenzdenkmal unter Denkmalschutz, seit 2011 gehört es zum Weltkulturerbe.

Nach 50 km war ein Verpflegungsstand aufgebaut, an dem wir unsere Flaschen auffüllten und ein Brot aßen.

Die nächste Erhebung, das Hohe Holz, zog mir trotzdem den Stecker. Nach 60 km machten meine Oberschenkel plötzlich dicht und ich quälte mich einige Hügel ganz schön hoch. Auch der stärker werdende Wind setzte mir zu. Ein Gel und eine kleine Pause später ging es zum Glück wieder und die Strecke wurde wieder flacher. Ab hier schlossen wir uns einer festen Gruppe an, die ein sehr angenehmes Tempo fuhren. Mit dieser rollten wir auch in Magdeburg ein. In der Stadt blockierte zunächst ein Autofahrer unseren Weg, der – aus welchem Grund auch immer – mit 30 km/h in der 50er-Zone fuhr und den Radverkehr aufhielt und keine Anstalten machte, uns vorbeizulassen. Nachdem verschiedene Leute unserer Gruppe ihren Unmut lautstark verkündet und ans Blech und die Scheibe geklopft hatten, ließ uns der Autofahrer endlich vorbei…

In der Innenstadt war eine Spur für uns gesperrt, sodass wir ungestört fahren konnten, was die letzten Meter sehr angenehm machten. Ich konnte es gar nicht fasse, als die Schilder das Ziel in 30 m ankündigten. Tatsächlich hatte ich mir für die Tour eine Maximalvorgabe von 5h gesetzt und auf 4 1 /2h gehofft. Tatsächlich waren wir aber einen Schnitt von 29,9 km/h gefahren und nach knapp 3 1/2h im Ziel. Damit hätte ich niemals gerechnet. Man sollte doch häufiger in der Gruppe fahren.

Nachdem wir unsere Medaillen bekommen und das obligatorische Zielfoto geschossen hatten spazierten wir noch über die kleine Radmesse und fuhren schließlich mit dem Shuttlebus zurück nach Braunschweig. Auch wenn die Warterei auf die Abfahrt der Busse und auch das Warten in Braunschweig auf die LKW mit den Rädern etwas lang war, war die Veranstaltung total gelungen. Die Strecke war wunderschön und abwechslungsreich. Bis auf wenige kurze Kopfsteinpflasterpassagen war der Asphalt toll zu fahren auch die Laune war super. Die Veranstaltung ist wirklich klasse und ich bin total glücklich, dass ich dabei sein durfte.