Laufversuch und mit dem Rad zum Frühstück nach Braunlage

Wer meinen Blog schon eine Weile verfolgt weiß, dass ich aufgrund von Arthrose in den Großzehengrundgelenken im November 2018 das Laufen an den Nagel gehängt habe. Mit den Schmerzen machte es für mich einfach keinen Sinn mehr. Seit einigen Monaten bin ich jedoch wieder überwiegend schmerzfrei, weshalb ich dachte, dass ich es gerne wieder probieren würde. Keine Extreme und keine langen Strecken, das würde sicherlich nicht gut gehen, aber eine Handvoll Kilometer mal wieder laufend zurücklegen können wäre toll.

Letzte Woche bestellte ich mir neue Laufschuhe (so etwas habe ich die letzten vier Jahre ja nicht besessen) und zwar die Hoka Carbon X3. Mit ihrer Carbonsohle haben sie eine sehr hohe Steifigkeit, die meinen Zeh hoffentlich entlasten sollte. Da ich es auf ein Sonderangebot angelegt hatte sind sie leider minimal zu klein, aber blaue Zehennägel hole ich mir hoffentlich trotzdem nicht. Es dauerte fast eine Woche bis ich mich traute zu laufen. Was daran so schwierig ist? Vermutlich der Druck an mich selbst. Natürlich wäre ich enttäuscht, nach zwei Kilometern gehen zu müssen oder hatte auch Angst davor, dass die Schmerzen wiederkommen. Die Sonne lachte jedoch, der Morgen begann großartig, also schnürte ich die Schuhe und los ging´s. Ich wählte ganz optimistisch gleich eine wellige Strecke und auch wenn sich die Beine etwas schwer anfühlten lief es sich recht gut. Über den Papenberg ging es zurück nach Herzberg und einmal um den Jues und ich hatte zum Schluss tatsächlich 5,5 km auf der Uhr mit einer Pace von 6 min/km. Damit bin ich für den Start extrem zufrieden. Jetzt heißt es nur Däumchen drücken, dass es auch so bleibt….

Nachmittags ging es mit meinem neuen Kollegium nach Northeim zum Stand Up Paddeln. Unsere Schule hat reichlich Bretter und so konnten alle, die Lust darauf hatten bei super Temperaturen (warum auch immer hatte ich den langen Neo eingepackt, mich dann aber für den Badeanzug entschieden) aber kräftigem Wind eine Runde auf dem Kiessee paddeln.

Nach den beiden Sporteinheiten wachte ich heute Morgen mit leichtem wohligem Muskelkater auf, der aber nach dem ersten Frühstück gleich vertrieben werden sollte. Mein Pannenretter Stefan aus Hamburg (Cyclassics) hatte mich zusammen mit seiner Frau Inken auf einen Kaffee in ihr gemeinsames Ferienhaus (ein wunderschönes Blockhaus) in Braunlage eingeladen. Da ich ihm sowieso etwas schuldig war, bot ich an, zum Frühstück vorbeizukommen und Brötchen mitzubringen.

Um 7.30 Uhr ging es los. Leider hatte ich auf den ersten Kilometern bis zur Odertalsperre mit kräftigem Gegenwind zu tun. Ab dem Anstieg Höhe Rinderstall wurde es aber besser, trotzdem brauchte ich für die ersten 15 km länger als geplant. der lange Anstieg zog sich quälend lang und ich hatte das Gefühl kaum vom Fleck zu kommen. Kurz vor dem Ende kam mir ein Radfahrer entgegen, der mir schwer bekannt vorkam. Kai war eine ähnliche Runde anders herum gefahren und begleitete mich noch die letzten Meter bis zur Bergkuppe. Den Rest schaffte ich gut alleine und stand um 8.58 Uhr beim Bäcker. Die avisierten 9 Uhr schaffte ich nicht ganz pünktlich, aber wir hatten ja auch AB 9 Uhr vereinbart. Ich wählte den Bäcker mit der längsten Schlange (was eine gute Entscheidung war) und fuhr die letzten Meter bis zum Feriendomizil in der Nähe des Bodefalls. Dort erwarteten mich die beiden schon winkend und sehr herzlich und hatten ein tolles Frühstück aufgefahren. Ich verbrachte dort ein paar schöne Stunden und durfte mich noch ins Gästebuch eintragen und das Blockhaus besichtigen, was die beiden zum Großteil selbst errichtet hatten. Sicherlich sehen wir uns mal wieder. Sei es in Hamburg, Herzberg oder Braunlage.

Schließlich musste ich mich aber doch loseisen und setzte meine Tour in Richtung Oderteich fort. Nach dem Anstieg dort hoch war das Schlimmste an Höhenmetern geschafft. Der Sonnenberg hatte nun keinen großen Schrecken mehr. Kurz vor der Kuppe des Sonnenbergs hatte ich zwei Rennradfahrer im Nacken, die ich bis zum Ortsausgang St. Andreasberg leider wieder verloren hatte. Bergab kann ich… Trotzdem wäre etwas Begleitung nett gewesen, denn im Siebertal traf ich wider erwarten leider wieder auf Gegenwind. Trotzdem lief es ganz gut und ich entschied mich, nach einem kurzen Stop zu Hause noch nach Hattorf zum Flugplatzfest weiterzufahren um dort noch einen Crêpe zu essen und den Kunstfliegern zuzuschauen. So kam ich auf 77 km mit 850 hm (komoot hatte etwas mehr berechnet). Eine tolle spätsommerliche Tour mit netten Begegnungen. Ich habe sie sehr genossen und freue mich, dass das Bergfahren immer besser klappt. 🙂

Die 12. Große Weserrunde 2022

Vor zwei Jahren hatte ich einen Startplatz für die Große Weserrunde mit Start in Rinteln gewonnen. 2020 entfiel dieses Event allerdings und im Jahr 2021 war ich erkrankt. Die Veranstalter waren jedoch so großzügig, mich in diesem Jahr starten zu lassen. Angeboten werden Distanzen von 80 bis 350 k. Wir entschieden uns für die 200 km – eine Herausforderung, die aber nicht unmöglich ist. Ich fuhr nicht alleine, sondern nahm – schon ein bisschen schräg – meinen Exfreund Kai mit. Außerdem hatten sich auch Bernd aus Bad Grund und Jörg aus Hildesheim angemeldet. Kurzerhand buchten wir vier zwei Zimmer in einer seehr günstigen Unterkunft (20€ pro Person – ohne Frühstück). Entsprechend rustikal empfing uns der holländische Vermieter mit fleckigem bauchfreien T-Shirt in seinem Fachwerkhaus, das teilweise nach bester Heimwerkerkunst umgebaut, teilweise aber auch etwas naturbelassen war. Es war… interessant, aber für eine Nacht völlig ausreichend. Nur eine Badezimmertür wäre schön gewesen… Der Holländer räumte uns auch sogleich das TV Möbel aus dem Zimmer, damit wir unsere Räder dort parken konnten.

Abends gab es Pizza in Rinteln und dann versuchten wir zu schlafen, was mehr schlecht als recht gelang. Gespräche der Ukrainer, die ebenfalls in dem Haus untergebracht waren, knallende Autotüren, quietschende Reifen und mein lästiges ISG hielten mir neben Kais Geschnurchele (richtiges Schnarchen war es nicht) wach.

Bernd, ich, Kai und Jörg
Für den kleinen Hunger

Ein paar Stunden Schlaf bekam ich aber doch, bevor um 5 Uhr der Wecker klingelte. Wir zogen uns um, luden die Räder auf´s Auto und rollten nach Rinteln. Dort starteten wir bei wolkenverhangenem Himmel mit unserem Frühstück, während kurze Zeit später auch Jörg und Bernd eintrudelten.

Um 7:02 ging es los und wir starteten mit einigen Mitfahrern flussaufwärts auf der östlichen Seite der Weser und rechneten ständig mit Regen. Anfangs noch in einer größeren Gruppe, splitteten wir uns nach einer Weile auf und verloren dabei auch Jörg und Bernd. Die Strecke war zwar beschildert, einige Schilder wiesen jedoch in die falsche Richtung, was mehrfach zu Irritationen führte. Der Regen ließ weiterhin auf sich warten. In der Nacht hatte es jedoch kräftig geregnet und gestürmt, sodass überall Zweige und Äste lagen. Bei einem Ausweichmanöver (bergauf und daher langsam) stürzte ein Fahrer und versuchte sich noch an mir abzustützen. Zum Glück stürzte ich aber nicht mit und auch ihm ist nichts passiert. Auch ein Erdrutsch und schlammige Überbleibsel überschwemmter Straßen begegneten uns und zeugten von einer wilden Nacht.

Nach der ersten Essenspause nach 50 km schlossen wir uns einem Team aus Minden (El Toro Radsport) an. Hier bekam ich nach und nach noch ein paar Infos zum Gruppenfahren in zwei Reihen. Das war wichtig, da ich ja auch immer wieder versucht habe Führungsarbeit zu übernehmen, aber nach 120 km einfach nicht mehr im Wind das Tempo halten konnte und kurz davor war, die Gruppe zu verlassen, um ja keinen Ärger mit den Mitfahrern zu provozieren. Da war ich für die Tipps sehr dankbar und es hat auch wunderbar funktioniert. Vielen Dank an die Herren für das Mitziehen.

Nicht so gut lief es für Kai, der nach 82 km einen Platten hatte. Ich sollte in der Gruppe weiterfahren. Leider kämpfte er recht lange mit dem Schlauchwechsel (Tubeless Ready Felgen sind etwas wunderbares…), sodass er uns vor der nächsten Pause nicht mehr einholte. Über Bodenwerder und Holzminden kamen wir schließlich zum Wendepunkt in Beverungen, wo Kai wieder etwas abgekämpft zu uns stieß wir Nudeln aßen und anschließend den Weg auf der westlichen Weserseite zurück nach Rinteln antraten. Ab dort hatte wir Gegenwind, der auch in der Gruppe Kräfte kostete.

Mit den roten Stieren
Kai ist wieder da!
Weiter geht’s…

Nach einer weiteren Stärkung bei etwa km 140 ging es in die Berge. Das WeserBERGland heißt nach nicht grundlos so. Ausgewiesen war die Strecke mit über 1600 hm, letztlich waren es wohl etwas über 1300. Blöderweise kamen die Anstiege zum Schluss und so kämpfte ich mich Berg um Berg und Anstieg um Anstieg weiter Richtung Ziel nicht ohne zwischendurch mal ein wenig zu hyperventilieren. Als der letzte Anstieg geschafft war, lag noch eine Abfahrt und ein paar letzte Kilometer vor uns, bevor wir glücklich ins Ziel einfuhren. Auf der Brücke fotografierte uns noch ein Fotograf oder Journalist, der uns später auch noch interviewte. Mal schauen, was mit diesem Interview passiert. 🙂

Wir holten uns unsere Urkunden ab und nutzten die Duschen, bevor wir uns aufs Essen stürzten. Überhaupt kulinarisch war die Weserrunde ein großes Vergnügen. Auch die Mitfahrer waren allesamt sehr sympathisch und man traf ein paar bekannte Gesichter. Wir kommen bestimmt gerne wieder, auch wenn die Höhenmeter am Ende schon eine ziemliche Zumutung sind ;)…. Vielleicht gibt es beim nächsten Mal sogar Sonne? Wobei wir schon sehr glücklich waren, wider Erwarten trocken über den Tag zu kommen.

Cyclassics 2022

Kann Spuren von unbezahlter Werbung enthalten

Gewinnspiele sind mein Ding und gelegentlich gewinnt man wirklich coole Dinge, wie zum Beispiel im letzten Jahr einen Startplatz für die 60 km Distanz bei den BEMER Cyclassics in Hamburg. Bereitgestellt hatte diesen sporting hamburg. Corona machte uns Startern im letzten Jahr jedoch einen Strich durch die Rechnung, denn das Rennen wurde wenige Tage vorher abgesagt. In diesem Jahr sollte es aber wieder an den Start gehen. In der Zwischenzeit hatte ich mich dazu entschieden, auf 100 km umzumelden. Die Anfahrt sollte sich ja auch lohnen.

Bereits am Mittwoch fuhr ich nach Kühlungsborn um noch ein paar Tage am Wasser mitzunehmen. Mit dem Wetter hatte ich ziemlich Glück und erwischte lediglich einen Regentag. Die anderen beiden Tage verbrachte ich überwiegend am Strand und auch ein wenig auf dem Rad. Bei meiner kleinen 45 km-Runde legte ich auf auf den ersten 7 km bereits 100 hm zurück, indem ich die Kühlung überquerte. Ja, es gibt dort durchaus auch Hügel. Ein weiterer kleiner Anstieg erwartete mich am Bastorfer Leuchtturm. Vorher machte ich aber am Hafen in Rerik ein kleines Päuschen.

Über Strava hatte ich festgestellt, dass ein Bekannter aus dem Harz, mit dem ich vor etlichen Jahren mal auf den Brocken gelaufen war, ebenfalls in Kühlungsborn war. Aus einem Mal-kurz-hallo-sagen am Strand wurde ein ausgedehnter Strandtag mit Tobias, seinen Kids und Bekannten. Ich wurde auch zweimal zum SUP genötigt und war begeistert. Sicherlich ist mein Gleichgewichtssinn nicht der beste und auf dem kleineren Board landete ich auch zweimal im Wasser, aber es ist eine tolle Sportart, die ich dringend hier im Harz weiter ausüben möchte. Zwischen den zwei SUP-Einheiten schwamm ich auch noch 1000 m und hatte für diesen Tag mein Sportsoll definitiv erfüllt. Auch an den zwei Abenden, die ich noch in K´born verbrachte, war ich von der Gruppe eingeladen, zu den Musikevents mitzukommen. Das war schön, vor allem, da der zweite Abend mit einer Pink Floyd-Coverband (Who´s Pink) wirklich auch richtig gut war.

Am nächsten Tag schob ich mich innerhalb von drei Stunden im Auto durch Blechkolonnen von Kühlungsborn nach Hamburg. Irgendwann war ich dann auch im Hotel in der Nähe des Schanzenviertels angekommen. Das Zimmer war noch nicht fertig, weshalb ich mich zunächst zu Fuß auf den Weg zur Anmeldung machte. Die Anmeldung klappte reibungslos und ich traf noch auf einige (facebook-) Bekannte (Richard, und Tina, die ich bisher nur digital „kannte“ und Maik und Alain). Zusammen gönnten wir uns ein ein Weizen und schlenderten noch über die Expo. Dort griff ich noch einen Riegel ab und probierte die Druckwellenmassage bei Reboots aus. Ich hatte vor einiger Zeit einmal ein ähnliches No-Name-Produkt probiert, welches ich an den Knöcheln als eher unangenehm empfunden hatte. Dies war hier nicht der Fall. Von den Füßen her füllen sich nach und nach Kammern mit Luft und sorgen für eine Komprimierung und damit einer Lymphdrainage. Auf einer nicht zu hohen Stufe war das am Tag vor dem Rennen sehr angenehm.

Nach dem Bummel über die Expo ging nach und nach jeder seiner Wege. Meiner führte mich zurück ins Hotel und unter die Dusche. Danach ging ich ins Schanzenviertel, um etwas Essbares zu ergattern. Dies gelang mir auch. Die Cannelloni waren nicht weltbewegend, aber sie machten satt und waren preislich in Ordnung. Im Zimmer schaute ich noch ein bisschen fern und machte mich bald bettfertig. Das Zimmer ging nach hinten raus und war daher recht ruhig, sodass ich bis 5.58 Uhr schlief, zwei Minuten bevor der Wecker klingelt. Besser geht es nicht. Ich zog mir schnell etwas an und ging zum Frühstück, was auch super war. Anschließend belud ich mein Auto und präparierte mein Rad mit den Startnummern. Nur die Nummer am Lenker konnte ich noch nicht anbringen, da ein Kabelbinder im Startbeutel fehlte. Das holte ich aber bei der Startbeutelabgabe nach. Beim Servicepoint von Paul Lange überprüfte ich auch noch einmal den Luftdruck, damit auch ja nichts schiefgeht….

Am Eingang des Startbereichs L traf ich wieder auf Richard. Nach dem Start wuselte ich mich eine Weile durch und schloss mich einer überholenden Gruppe an. Diese war super und wuchs im Laufe des Rennens auch noch weiter an. Wir fuhren von vornherein ein beachtliches Tempo von 38 km/h und wurden auch nicht langsamer, da wir super starke Männer dabei hatten, die viel Führungsarbeit übernahmen. Ich war lediglich zweimal vorne und auch nur für wenige Kilometer. Im Wind war das nicht mein Wohlfühltempo. Im Sog lief es jedoch reibungslos und nur nach Kurven musste ich mehr reintreten und merkte da schon die Spannung in den Oberschenkeln und war immer wieder besorgt, von der Gruppe abzureißen, das Team sammelt mich aber immer wieder ein, sodass ich über lange Strecken nahezu entspannt mithalten konnte.

Über Schenefeld und Appen ging es flach bis Elmshorn, wo wir am Wendepunkt der Strecke ankamen, südlich führte uns der Weg wieder zurück Richtung Hamburg.

Ein bisschen Führungsarbeit habe ich auch übernommen. Hinter mir die großartige Gruppe, die mir ein bombastisches Tempo ermöglicht hat,

Bei Wedel, nach knapp 70 km passierte es. Plötzlich klang mein Reifen komisch und wurde schwammig und mein Blick nach untern bestätigte meine Vermutung – ich hatte einen Platten. Also ausgeschert und ohne nachzudenken das Hinterrad ausgebaut. Ich versuchte zunächst selbst den Mantel abzubekommen, was ich natürlich mal wieder nicht schaffte. Immerhin fand ich den Übeltäter, eine Reißzwecke, die sich in meinen Reifen verbissen hatte… Die Situation nervte mich unglaublich und ich war ziemlich sauer, enttäuscht und frustriert. Am liebsten hätte ich mich heulend an die Straße gesetzt, was mich aber irgendwie auch nicht weiter gebracht hätte. Da eilte mir ein Zuschauer zu Hilfe. Stefan Kahn (wir telefonierten am nächsten Tag noch, nachdem ich ihn im Netz ausfindig gemacht hatte. Der Tipp „google mal nach „Modellbau Hamburg“ half, nachdem ich herausgefunden hatte, dass der Platten in Wedel passiert war), flitzte nach Hause um Werkzeug zu holen, während drei weitere Herren, die außerhalb des Rennens mir dem Rad unterwegs waren, sich meiner erbarmten und zu dritt irgendwann den Mantel von der Felge bekamen. Schlauch raus, neuer Schlauch rein, aufgepumpt und das Laufrad wieder eingebaut. Dann bekam ich noch einen großzügigen Anschubser und weiter ging es. Ich bin den Herren so unglaublich dankbar. Nur dank ihnen konnte ich das Rennen beenden. Zeit hatte es trotzdem gekostet. 20 Minuten hatte meine unfreiwillige Pause gedauert und alle schnellen Gruppen waren durch.

Die letzten 24 km war ich also als Einzelkämpferin (mit 4 bar auf dem Hinterrad) unterwegs und fand keinen Fahrer, er annähernd mein Tempo fuhr. Also Zähne zusammenbeißen und kämpfen. Den zweiten Verpflegungspunkt ließ ich (wie übrigens den ersten auch) links liegen und strampelte, was die Beine hergaben und zählte die Kilometer wie einen Countdown abwärts. Die einzigen Höhenmeter kamen jetzt, die aber eher Wellen als längere Anstiege waren. Und so konnte ich auch hier an den meisten gut vorbeifahren. Dies motivierte und pushte mich weiter. Als mein Countdown bei 10 km war, sah ich plötzlich ein Schild mit 4 km. Da fiel mir ein, dass jemand sagte, dass die Tour gar nicht 100 km lang sei. Ich mobilisierte noch einmal alle Kräfte und zog auf den letzten zwei Kilometern noch einmal das Tempo an. Zumindest habe ich ein Zieleinfahrtsfoto ohne störende Gruppe :).

Mit meinem Schnitt von 36,6 km/h bei Strava (mit Aufzeichnungs-Stop bei der Panne) könnte ich zufrieden sein, auch wenn ich weiß, dass ich mit der Gruppe locker einen 38er-Schnitt hätte ins Ziel fahren können. Was mich richtig wurmt ist das offizielle Tempo mit noch nicht einmal 33 km/h. Und einer nicht sehr grandiosen Platzierung. Wäre nichts passiert, wäre ich im vordersten Fünftel gelandet. Aber…. hätte, hätte Fahrradkette…

Jetzt muss ich wohl doch nächstes Mal noch einmal starten.

Im Nachhinein erreichte mich die Info, dass mehrere Fahrer aufgrund von Reißzwecken auf der Strecke das Rennen nicht beenden konnten. Unfassbar, was es für bescheuerte (entschuldigt die Wortwahl) Menschen gibt. Klar nerven die gesperrten Straßen, aber wie sauer muss man sein, um ein Event derart zu boykottieren und Fahrer zu gefährden oder mindestens zu frustrieren, die viel Vorfreude, Training und Geld in ein Event wie dieses investiert haben.

Auf ein Eis nach Erfurt – oder: War doof – merkste selbst…

Heute ging es auf eine lockere 230 km lange Runde nach Osten, genauer gesagt nach Erfurt. Die Strecke war super easy und ich hatte die ganze Zeit über ein Lächeln im Gesicht….

So könnte ein Blog klingen, wenn ich eine top Ausdauer-Sportlerin wäre und mir jeder Kilometer in den Schoß fallen würde. Dem ich aber leider nicht so. Ich bin auf der Tour ordentlich an meine Grenzen gekommen, habe gekämpft, gelitten und geheult und war ziemlich unzufrieden mit mir. Macht mich das jetzt zu einer schlechten Radfahrerin? Das weiß ich nicht, zum Glück ist mir das auch egal (mit meinen „I can besser kiss than I ride“-Socken sowieso). Alles ging damit los, das ich nach der Tour zu meiner Schwester dachte, dass mich nun nichts und niemand aufhalten kann. Und so plante ich eine Tour nach Erfurt. Dort war ich zuletzt als Kind und es liegt im 100 km Radius. Also ein gutes Ziel. Über komoot plante ich die Route als Rundfahrt über Mühlhausen und Sondershausen, lud großspurig auch bei facebook zu der Tour ein und kündigte einen 26er Schnitt an. Zum Glück hatte sich nur Kai eingefunden, mitzufahren. Ralf hatte überlegt, ab Erfurt mitzufahren. Im Nachhinein bin ich froh, dass er nicht dabei war, da meine Laune vermutlich nur schwer zu ertragen war.

Zwar war ich die ganze Woche schon irgendwie groggy, aber das hinderte mich nicht daran, morgens um 6 Uhr mit Kai zu starten. Zwar merkte ich, dass meine Beinmuskulatur immer noch nicht wieder ganz im Lot war, aber sie fühlten sich etwas besser an, als die anderen Tage der Woche. Schon bis Worbis warteten jede Menge Höhenmeter auf uns, die nur vom Anstieg hinter Niederorschel getoppt wurden. Bis dahin war aber alles gut und wir waren zwar nicht schnell unterwegs, aber ich war optimistisch, das Ganze zu schaffen. Den ersten längeren Zwischenstopp machten wir – wie geplant – in Mühlhausen. Die Altstadt mit eindrucksvoller Stadtmauer, Toren, Türmen und Kirchen hat einen ganz besonderen Charme und gerne wäre ich mit der Kamera noch länger durch die Altstadt gestreift. Aber nach einem Cookie und Kaffee ging es weiter.

Über den Unstrutradweg fuhren wir an Bad Langensalza vorbei. Dieser fährt sich prima, ist innerhalb der Orte jedoch kein Garant für schnelles Tempo, da er phasenweise recht verwinkelte und eng ist.

Irgendwann landeten wir – dank komoot mit hohem Bundesstraßenanteil – in Erfurt. Ermüdungstechnisch wäre ich hier nicht böse gewesen, wenn die Tour bereits vorbei wäre, da mir die Höhenmeter schon ganz schön zu schaffen gemacht hatten. Mit Blick auf den Dom gönnten wir uns ein Eis und rollten durch die Innenstadt zur Krämerbrücke. Neben dieser kann die Rialto-Brücke in Venedig einpacken, denn hier kuscheln sich 32 Fachwerkhäuser über dem Wasser, die größtenteils noch heute Kunsthandwerker beherbergen. Eine tolle Atmosphäre.

Richtung Norden verließen wir die Stadt und fuhren Richtung Straußfurt und Greußen. Dort stoppten wir beim Supermarkt, um unsere Getränke aufzufüllen. Das war bitter nötig, denn plötzlich bemerkte ich, wie sehr ich beim Trinken gespart hatte. Weiterhin ging es bergauf und bergab und jedes Mal riss ich wieder bei den Anstiegen von Kai ab und meine Oberschenkel waren dicht. Auch begannen mein Rücken zu zwicken und meine Fußaußenkanten zu brennen. Die Hände taten auch weh und ich wollte nur noch nach Hause. Aber zwischen diesem und mir lagen in Sonderhausen noch immer noch knapp 60 km und noch viele, viele Höhenmeter. Eine Pause reihte sich an die andere und die geschätzte Ankunftszeit rutschte immer weiter nach hinten. Irgendwo zwischen Kleinfurra und Nohra hatte ich meinen ersten kleinen Heulkrampf. Ich konnte nicht mehr, war verzweifelt, sauer auf mich selbst und hatte keine Ahnung, wie ich den Rest noch schaffen sollte. Relativ schnell hatte ich mich wieder gefangen, was aber nichts an meiner körperlichen Verfassung änderte. Ich klebte nur noch in Kais Windschatten und riss immer wieder an den Anstiegen ab und versuchte mich, so gut es ging zusammenzureißen. Auf Höhe von Bad Sachsa liefen wieder die Tränen und ich überlegte, meine Eltern anzurufen, dass sie mich abholen. Kai motivierte mich weiterzufahren und irgendwie haben wir es geschafft, nach 12 Stunden und knapp 9 Stunden Fahrzeit wieder bei mir anzukommen.

Von Touren mit über 200 km nehme ich jetzt definitiv erst mal wieder Abstand. Ich habe heute gelernt, dass man, nur weil man 200 km flach fahren kann, noch lange nicht 230 km mit knapp 1800 hm fahren kann. Erst recht nicht, wenn man durch diverse Städte und Orte fährt, in denen man ständig halten und bremsen muss. Trotzdem hat sich die Tour gelohnt, da mir vor allem Mühlhausen sehr gut gefallen hat. Trotzdem bleibt eine gewissen Unzufriedenheit und Fassungslosigkeit, dass ich mich dermaßen überschätzen konnte. Ich dachte wirklich, ich könne so eine Tour alleine schaffen. Jetzt wurde ich schmerzhaft eines Besseren belehrt. Aber auch solche Geschichten gehören dazu. Zumindest sind ein paar ganz schöne Fotos entstanden. 🙂 Jetzt ist erst einmal Regeneration angesagt.

Durchwachsene Renn-Vorbereitung und Nominierung zur Blogwahl bei fahrrad.de

Zu Beginn der Osterferien war ich unglaublich motiviert und wollte eine top Vorbereitung für die Tour d´Energie auf die Straße bringen. Erstens kommt es jedoch anders und zweitens als man denkt. Zwischen Omabesuch und Proben plante ich für Gründonnerstag eine Harztour, um mich an Höhenmeter zu gewöhnen. Frohen Mutes machte ich mich trotz durchwachsener Wettervorhersage auf den Weg. Schon vor der Tür wurde ich von leichtem Niesel begrüßt. Den ignorierte ich aber und fuhr los Richtung Osterode.

Ganz optimistisch ohne Regenklamotten..

Schon nach wenigen Kilometern war der juvenile Niesel zu einem adulten Regen angewachsen und bereits vor Osterode war ich völlig durchnässt und merkte das „Kwutschen“ in den Schuhen (das eklige Gefühl, wenn man Wasser in den Schuhen hat). Ich war schon versucht, einfach zu wenden, denn die Harztour wollte ich bei diesem Wetter auf gar keinen Fall in Angriff nehmen. Also fuhr ich weiter bis Badenhausen um dann eine relativ flache Runde über Dorste, Wulften und Gieboldehausen zu fahren. Ich fror erbärmlich und war froh, nach 67 km wieder zu Hause zu sein. Es dauerte einige Zeit, bis ich wieder halbwegs aufgetaut war.

Karsamstag hatte ich Zeit und das Wetter war bedeutend besser. Kühl und windig, aber sonnig. Mit meinem Kumpel David machte ich mich auf den Weg wieder Richtung Badenhausen. Bis dahin hatten wir entspannten Rückenwind. Nach Badenhausen änderte sich die Fahrtrichtung und damit leider auch der Wind bis Bad Grund kam er nun meist von schräg vorne. Bad Grund ließ schon einmal die Beine mit gemeinen 10% aufjaulen. Nach dem Anstieg luden wir uns aber kurz bei meinem Freund Bernd auf einen Kaffee ein (vielen Dank dafür und die kleine Verschnaufpause), bevor wir uns auf der Harzhochstraße (B242) wiederfanden.

Bernd, der spontane Barista
David auf den letzten Metern vor Clausthal.
Die Marktkirche in Clausthal, die größte Holzkirche Deutschlands

Diese führte uns hügelig, mit maximal 8% Steigung Richtung Clausthal. Dort verabschiedete sich David Richtung Osterode, der nun doch keine Lust mehr hatte, mir hinterherzustrampeln. Trotzdem hatte er sich bis dahin richtig gut geschlagen. Der Wind kam nur noch von vorne und das sollte sich für den weiteren Weg auf der Harzhochstraße auch nicht mehr ändern. Ich fuhr weiter auf der 242 Richtung Osten. Hier hatte ich eine freie Sicht auf verschiedene Seen und überhaupt rundum auf das Harzer Land, da auch dort, wie überall im Harz, Trockenheit, Borkenkäfer und Stürme dem Fichtenwald das Leben gekostet haben. Viele Fotos habe ich aufgrund des starken. Verkehrs allerdings nicht gemacht…

Die Idee war, über Riefensbeek wieder zurückzufahren. Am Abzweig interviewte ich kurz meine Beine und ganz überheblich behaupteten diese, noch topfit zu sein. Also glaubt ich ihnen dies und setzte meinen Weg durch den Harz fort, wohlwissend, dass der schlimmste Teil mir noch bevor stand. 10 km ging es nun fast nur bergauf, teilweise mit 11% Steigung. Meine Geschwindigkeit fiel rapide, aber ich versucht, die Atmung ruhig und die Trittfrequenz möglichst ökonomisch zu halten. Mit zwei kleinen Päuschen schaffte ich es tatsächlich bis Sonnenberg. Von da an kam noch ein letzter kleiner Anstieg auf dem Weg nach St. Andreasberg und ab dann konnte ich entspannt rollen, auch wenn ich stets den Unfall eines Bekannten denken musste, der irgendwo dort verunfallt sein musste, jedoch bis jetzt an den Unfall keine Erinnerung hat. Mit dieser Geschichte im Hinterkopf fährt man definitiv etwas vorsichtiger.

Die Harzhochstraße… die Ruhe täuscht..

Ich fuhr über Bad Lauterberg, und Scharzfeld und stand plötzlich nach rund 90 km in Pöhlde. Da wollte ich die 100 auch noch voll machen. Also fuhr ich bis nach Hattorf und über den Phillips zurück. Bis Hattorf hatte ich besten Rückenwind und nur marginal müde Beine. Am Phillips hatten selbige aber gar keine Lust mehr und ließen mich das deutlich spüren. Zu Hause angekommen war ich nach 107 km und über 1200 hm rappelalle, aber auch ziemlich stolz auf meine Leistung.

Für Montag hatte ich einen Socialride organisiert, bei dem einige Teilnehmer absagten und letztlich auch ich, da ich mir bei meiner Regentour doch eine ziemliche Erkältung eingefangen hatte. Auch den Rest der Woche werde ich jetzt die Füße still halten, um bis Sonntag zur tdE wieder halbwegs auf dem Damm zu sein.

Eine Bitte in eigener Sache. Ich bin dieses Jahr zum ersten Mal bei der Blogwahl von fahrrad.de nominiert. Stimmt fleißig ab, wenn euch mein Blog gefällt.

Bis dahin. Ride on! Vielleicht sieht man sich am Sonntag in Göttingen?

Mallorca – Urlaub mit dem Leihrad

So richtig im Urlaub war ich ja schon lange nicht mehr. Schon vor zwei Jahren war ein Mallorcaurlaub gebucht, fiel aber aufgrund der Corona-Pandemie ins Wasser. So ganz aus dem Kopf bekommen hatte ich die Idee aber nicht und so buchte ich spontan einen Pauschalurlaub in den Herbstferien.

Das Ziel war Playa de Muro im Norden der Insel. Dies erschien mir ratsam, da das Gelände dort überwiegend flach ist, aber auch die Berge nicht weit sind, falls mir mal danach sein sollte.

Am 18.10. fuhr ich mit dem Zug nach Hannover und nistete mich für eine halbe Nacht bei Mareike, der besten Freundin meiner Schwester, ein. So früh wie der Flieger gedachte zu starten hätte ich keinen Zug von Herzberg nach Hannover bekommen.

Der Nachmittag und Abend waren sehr schön. Essen, mit dem Hund gehen und viel quatschen. Alt wurden wir jedoch beide nicht. Den Wecker stellte ich mir auf 3.33 Uhr.

Tag 1 – Hinreise und Wasserkontakt

Hannover – Noltemeyerbrücke

Tatsächlich war ich in der Nacht recht schnell aufbruchbereit und fand auch fast auf Anhieb den richtigen Weg zur S-Bahn ;). Um kurz nach vier ging es dort weiter. Erst Richtung Bahnhof und dann zum Flughafen. Bisher lief es wie am Schnürchen. Ärgerlich war nur, dass mir – als ich mein Gepäck aufgeben wollte – mitgeteilt wurde, dass der Flieger schlanke 80 Minuten später starten wird. Na super, da hätte ich locker eine Stunde länger schlafen können. Zumindest lief aber der Sicherheitscheck schneller ab als erwartet. Dann hieß warten, warten und nochmal warten. Kurz überlegte ich mir, mir ausnahmsweise einen Kaffee zu gönnen. Dieser war mir dann aber doch zu teuer und ich entschied mich für den halben Liter Wasser für 3,30 €. Man muss ja das Geld nicht mit beiden Händen rauswerfen…

Bei der TUI war irgendetwas schief gelaufen (der Grund für unsere Verspätung), weshalb uns das Belgische TUI Team sicher nach Palma flog. Als kleine Entschädigung gab es sogar ein kostenloses Festmahl bestehend aus einem Laugenteilchen und einem Getränk. Besser als gar nichts. 🙂

Mittags landeten wir endlich und schnell fand ich den richtigen Bus. Zum Glück war mein Hotel direkt das zweite auf der Tour, weshalb ich nach etwas über einer Stunde im Hotel eincheckte und mein Zimmer bezog. Klein, aber mit Eckbalkon, da ich das letzte Zimmer des Flures bekam. Dort hat man etwas länger Sonne und Blick auf den See und den Pool hinterm Hotel.

Die erste Amtshandlung war in die Badebekleidung zu schlüpfen und zum Strand zu spazieren. Der ist 500 m entfernt, aber das stört gar nicht. Dafür ist er bombastisch schön. Sauber, feinsandig und türkisblaues Wasser. Nur bis man schwimmen kann muss man etwas laufen, da das Wasser sehr seicht ist. Mit 23°C hatte das Wasser eine perfekte Temperatur. Nur die Luft war durch den Wind etwas frisch. Zum Radfahren aber bestimmt ideal. Nach einem Stückchen … ok, zwei Stückchen Kuchen und etwas Obst zog ich nochmal zum Strand los und spazierte ein Stündchen am Wasser auf und ab.

Playa de Muro

Alt wurde ich auch an diesem Abend nicht, da ich seit dem Flug Kopfschmerzen hatte und etwas unter Schlafmangel litt. Nach dem Abendessen verkrümelte ich mich daher aufs Zimmer, kuschelte mich in die Decke und las noch ein wenig bevor ich mich ins Reich der Träume verabschiedete.

Tag 2 – eine flache Runde zum Kennenlernen

Nach einer langen, langen Nacht (ich habe fast 10 Stunde geschlafen) wurde ich um 8 Uhr wach und ging ziemlich bald zum Frühstück. Das war gar nicht soo übel, aber auch nicht umwerfend. Zum Sattwerden war aber genug Leckeres da. Nachdem ich gesättigt war, packte ich meine Sachen zusammen und machte mich radelbereit. Außerdem packte ich mir meinen Rucksack. Um 9.30 Uhr wurde mein Rad geliefert. Ein Trek Emonda 6, leider mit Felgenbremsen und schon ganz schön ramponiert. Zumindest musste ich mir dazu zumindest um weitere Steinschläge keine Sorgen zu machen. Nach der Übergabe machte ich mich direkt auf den Weg Richtung Inca. Der Weg führte mich über viele ruhige Feldwege und Nebenstraßen und war vor allem eines – flach. So eben kommt man bei uns häufig nicht voran. Zunächst fuhr ich lange durch ein Naturschutzgebiet, welches reich an hohen Gräsern und Tierleichen auf der Straße war. Schleiereule, Kaninchen und einige undefinierbare Kleinsäuger. Traurig. Aber zumindest spricht es für den Tierreichtum des Naturschutzgebiets.

An den Hängen der Berge sah ich zwei größere Feuer. Zum Glück waren diese weit weg und hoffentlich gezielte Brände um die Waldbrandgefahr zu reduzieren. Ein frommer Wunsch, denn so richtig gezielt sah das nicht aus. Auch Hubschrauber kreisten immer wieder über der Insel. Nach einem Fotostop bei dem ich auch den Sattel nachjustierte, wollte ich mich einer Gruppe anschließen. Das Tempo der Herren passte ganz gut. Nach wenigen hundert Metern blockierte plötzlich mein Pedal und ich musste schlagartig anhalten. Erst dachte ich, die Kette sei heruntergeflogen. War sie aber nicht. Dann entdeckte ich den Übeltäter. Die Luftpupe war mit einem Klettband oberhalb des Pedals befestigt und hatte sich gelöst. Diese hatte das Pedal blockiert… Also Luftpumpe abgenommen und im Rucksack verpackt und weiter ging es.

Ein Großteil der Radwege sieht so oder so ähnlich aus
Blick auf Campanet

Die Gruppe war natürlich weg. Egal. Auch alleine fand ich prima den Weg nach Inca. Dort drehte ich eine kleine Runde durch die Innenstadt bevor ich den Heimweg antrat. Die Strecke zurück war landschaftlich wirklich schön, nur die Straßen wurden schlechter und man musste höllisch auf Schlaglöcher aufpassen. Der urige Ort Campanet bot enge Gässchen, ganz viel Charme und die einigen nennenswerten Höhenmeter der Tour. Bis zur Kirche musste ich einige Meter schieben. Auf dem Weg herunter (gar nicht so ohne mit Felgenbremsen…) fand ich einen Fahrradverleih, der meinen Sigma Rox 12.0 mit altem Schlauch etwas besser befestigte. Seit Beginn soff mir die Halterung nämlich bei jeder Unebenheit ab und ich hatte im Multitool keinen passenden Inbus. Entlang des weiteren Weges (Cami Vell de Pollença) gab es unzählige Olivenhaine mit lebendigen Rasenmähern in Form von Schafen. Die zugehörigen Fincas waren teilweise wirklich eindrucksvoll. Eine tolle Gegend, die am Sonntag wohl auch Teil der „Mallorca 312“ einem Gran Fondo mit bis zu 312km. Tatsächlich wurde ich heute schon von einem Briten gefragt, ob ich dabei sein. Eher nicht. Wobei es auch kürzere Etappen gäbe. Leider ist der Sonntag aber mein Abreisetag.

Die Kirche in Campanet
Eispause in Pollença vor der Santa Maria dels Àngels
Straße bieten häufig breite Randstreifen. Allerdings nicht immer so sauber wie hier…

In Pollença machte ich eine Eispause. Der Ort ist wirklich wunderschön und das Eis extrem lecker. Zwischen Port de Pollença und Alcúdia traf ich auf den Küstenweg, der mir ein Dauergrinsen ins Gesicht zauberte Trotz Gegenwind war es ein tolles Gefühl, direkt am türkisblauen Wasser mit Blick auf die Bucht, umgeben von eindrucksvollen Bergen zu radeln. Da freue ich mich auf Morgen früh. Dann fahre ich dort noch einmal lang. In Alcúdia machte ich schiebend einen Schlenker durch die Altstadt. Mit vielen engen Gässchen, ja auch viel Touristennippes, vielen gemütlichen Restaurants und alten Gemäuern ein tolles Ausflugsziel. Mein Besuch war eher kurz gehalten.

Ja, ganz nett hier…
Alcúdia – Porta der Moll
Sant Jaume

Entlang der Straße ging es die wenigen verbleibenden Kilometer zurück zum Hotel. Dort gab es ein Ministück und Kuchen und einen Berg Obst. Das Wetter war weiterhin klasse, sodass ich den Nachmittag für einen weiteren Strandbesuch nutzte. Die Kräfte reichten noch für 700m und eine Runde Sonnenbaden. Das war mit Abstand der wärmste und schönste Tag der Woche.

Tag 3 – bis ans Ende der Wel…. Insel

Die Nacht war mal wieder suboptimal. Mit etwas wenig Schlaf zu Beginn und Ende der Nacht ging ich pünktlich um 8 Uhr zum Frühstück und futterte mich erst mal durch die Süßwarenabteilung (Pain au chocolat, Croissant und Donut, alles in Miniformat) und anschließend durch die warme Theke (Würstchen mit Bohnen und Rührei) um wenigstens ein bisschen Grundlage zu schaffen und ein paar Aminosäuren zu tanken.

Um 9 Uhr saß ich pünktlich auf dem Rad. Noch war es etwas diesig, doch auch heute war der Weg entlang des Wassers wieder spitzenmäßig. So könnte ich stundenlang Rad fahren. Kurzzeitig konnte ich mich auch an drei spanische Herren hängen, die jedoch nach einigen Kilometern meinen Weg verließen. Schade, deren Tempo war sehr angenehm gewesen und hatte meine Pace kurzzeitig etwas verbessert. Durch die ein oder andere Fotopause in Port de Pollença verschlechterte ich ihn möglichst schnell wieder, war darüber aber kein bisschen traurig. Apropos Schnitt verschlechtern. Auf die Radwege ist eine Zahl, eine 20, aufgemalt in einem Kreis. Was die wohl heißen mag…?

Port de Pollença

Hinter dem Ort ging es relativ schlagartig in den Berg. Der erste Anstieg war mit 6% ausgezeichnet (im Sinne von „beschrieben“, nicht „super“) und zog sich über 4 km. Die ersten 220 Höhenmeter waren geschafft und ich auch schon ein bisschen. Danach rollte es über Serpentinen hinab und mir schwante schon Übles. Schließlich musste auch hier auch wieder zurück… Der nächste Anstieg von wieder 200 hm zog sich über 5 km, fühlte sich aber nicht wirklich entspannter an, da mir ein freundlicher Gegenwind entgegen pfoff. Bis zum Leuchtturm ging es immer wieder auf- und abwärts mit meinen Kräften eher letzteres. Getröstet wurde ich aber immer wieder von bombastischen Ausblicken. Zudem war ich glücklich, dass bisher wenig Autoverkehr herrschte und nur gelegentlich Radfahrer an mir vorbei zischten. Mit einem Mädel aus der französischen Schweiz nahm ich noch Kontakt auf und zog sie eine Weile den Berg hoch. Zumindest bestätigte sie mir das hinter, dass ich sie gut gepusht hätte. Nach knapp 30 km erreichte ich den Höhepunkt der Tour, das Cap Formentor, das östlichste Ende der Insel. Der Leuchtturm der die Spitze kennzeichnet ist wirklich sehenswert.

Blick auf Port de Pollença
Mirador Es Colomer
Interessante Form…
Bild von Mallorca Cycling Photos. Die Herren stehen da regelmäßig und die Fotos kann man am Folgetag bestellen.
Cap Formentor

Ich schnackte noch ein wenig mit der neuen Bekanntschaft, machte Fotos mit meiner Kamera und fremden Handys, aß meine Banane, die ich beim Frühstück hatte mitgehen lassen und machte mich auf den Rückweg. Die Schweizerin war bereits losgefahren.

Bild von Mallorca Cycling Photos
Bild von Mallorca Cycling Photos

Auf dem Rückweg kamen mir die Anstiege (bis auf zwei Teilstücke) gar nicht so lang wie auf der Hinfahrt vor. Möglicherweise trug der Rückenwind dazu bei, dass er mir leichter fiel, auch wenn ich zwei Pausen bis oben einlegen musste. Ab dann musste ich bis Port de Pollença nur noch rollen lassen. Herrlich, auch wenn ich vorsichtig fuhr, da die Felgenbremsen doch nicht so ganz die gewohnte Bremskraft haben.

Unten bog ich ab in Richtung Cala Sant Vicenç. Der Ort wurde hochgelobt für seine Buchten. Auch hier erwartete mich leider kein ganz ebener Weg und wieder Gegenwind. Leider wurden meine Erwartungen nicht so ganz erfüllt. Der Ort hat viel Beton und ja, zwei ganz nette Strände, aber sooo überwältigend fand ich sie nicht. Vielleicht war ich aber auch knörig, da ich recht wenig getrunken hatte. Daher hielt ich am örtlichen Sparmarkt und gönnte mir eine spanische Zitronenlimo. Gestärkt fuhr ich einen ähnlichen Weg zurück und bandelte mit einem schätzungsweise 60-70-jährigen Herrn aus Deutschland an. Der fuhr in dieselbe Richtung und ein ähnliches Tempo und spendeten uns im Wechsel Windschatten. In der Satteltasche hatte er allerdings zusätzliche 100 Watt versteckt, die er gelegentlich zuschaltete. Damit hängte er mich zweimal ganz schön ab, wartete dann aber wieder auf mich.

Bucht von Cala Sant Vicenç

Kurz vor Port de Alcúdia trennten sich unsere Wege und ich landete kurz darauf wohlbehalten aber fix und alle am Hotel. Den Nachmittag verbrachte ich auch lediglich auf einer der Liegen am Pool.

Tag 4 – Aktive Regeneration

Der Wetterbericht versprach nichts Gutes und so plante ich zwei Aktivitäten, die notfalls auch bei nicht so gutem Wetter möglich wären. Entweder – wenn es stärker regnet – nur ein Spaziergang durch das angrenzende Naturschutzgebiet oder aber eine längere Wanderung östlich von Alcúdia. Direkt nach dem Öffnen der Augen machte ich dasselbe mit den Vorhängen und stellte zufrieden fest, dass es zwar stürmisch, aber keineswegs nass war. Das änderte sich auch bis nach dem Frühstück nicht. Also legte ich das Wanderoutfit an und machte mich auf den Weg zur Bushaltestelle. Wenig später kam der Bus und chauffierte mich bis an den Rand der Altstadt von Alcúdia. Von dort bewegte ich mich auf Schusters Rappen nördlich von Port Alcúdia vorbei in das Compament de la Victòria um einen 13 km Rundweg zu wandern. Der Weg war geprägt von viel scharfkantigem Gras, Wind und noch viel mehr Tieren. Los ging es mit domestizierten Eseln und Schweinen und später begegneten mir ständig Ziegen. Meistens roch ich sie, bevor ich sie sah.

Blick auf die Bucht von Alcúdia
Leuchtturm von Alcúdia

Ich hielt mich mit viel Fotografie auf und genoss den Weg und die Aussicht. Am schönsten war tatsächlich die Ruhe. Mir begegneten auf dem Weg über den Berg lediglich vier Personen. Der Anteil der Ziegen war beträchtlich höher. Nach dem Abstieg kreuzten plötzlich zwei männliche Fasane. So schnell hatte ich leider die Kamera nicht griffbereit. Anschließend führte mich der Weg zunächst durch die wohlhabende Siedlung von Bonaire. Da lässt es sich ganz schön wohnen. Am Hafen (der im Gegensatz zu den Villen eher enttäuschend war) pilgerte ich entlang des Wassers bis auf Höhe Alcúdia.

Playa de Sa Font de Sant Joan

Dort ging es nach etwa 13 km zur Stadt zurück. Ich bummelte noch ein wenig über die Stadtmauer und durch die belebten und stilleren Gassen des Ortes und genoss den mittelalterlichen Charme und das Gewusel der Touristen. Anschließend fuhr ich mit dem Bus zurück zum Playa de Muro.

Stadtmauer von Alcúdia

Der Magen hing mir mittlerweile in den Kniekehlen, da ich bis auf einen Riegel und eine Banane nichts gegessen hatte. Bis zum Abendessen blieb allerdings noch zwei Stunden Zeit. Diese nutzte ich, um zum Assos Outlet by Huerzeler zu gehen. Fast hätte ich mir auch eine Bib gekauft, aber leider ab es die nur noch in schwarz-weiß (weiß an der Hose mag ich nicht) oder in schwarz in XL und das war zu groß. Kurz vor dem Assos-Store entdeckte ich eine Fahrradmesse über die ich auch noch schlenderte. Da wie oben bereits erwähnt hier am Samstag der Gran Fondo über die Insel startet gibt es kein anderes Thema mehr auf der Insel. Mittlerweile wurde ich schon diverse Male gefragt, ob ich Sonntag auch dabei sei…. Vielleicht nächstes Jahr?

Tag 5 – Highway to Petra

Irgendwie ist der Schlaf hier nicht so berauschend. Gestern beglückte mich noch bis halb zwei eine Abba-Cover-Band zwei Stockwerke unter mir. Danach wurden noch einige Stühle gerückt und irgendwann war ich über den toten Punkt hinweg und konnte bis halb drei nicht mehr schlafen. Da mich auch noch eine ausstehende Info und die Radabgabe beschäftigten war ich auch früh (gegen 5.30 Uhr) wieder wach. Die Info um die es ging war, wann ich nach Palma zum Flughafen fahre. Mein Flug soll ja um 15.50 Uhr gehen, mein Transferbus war für 4.40 Uhr terminiert. Das empfand ich als Frechheit, da ich ja noch etwas vom Tag haben wollte. Also stellte ich den Reiseveranstalter vor die Wahl. Entweder ich fahre früh, lasse mir von denen aber einen Transfer vom Flughafen nach Palma organisieren, dass ich nach der Aufgabe der Koffer die Hauptstadt kennenlernen kann oder ich bestehe auf einen späteren Bus. Grund für die frühe Abfahrtzeit ist auch der Gran Fondo, für den ja die meisten Hauptverkehrsstraßen gesperrt werden. Seit nachmittags habe ich die Antwort. Zwar muss ich 500 m laufen, werde aber erst kurz nach 12 mit dem Bus abgeholt. Na geht doch!

Die Sorge mit dem Fahrrad rührte daher, dass ich noch eine größere Runde geplant hatte und das Rad um 15 Uhr abgeben sollte. Frühstück ist ja erst ab 8.00 Uhr und vor 8.45 Uhr kam ich nicht los. Ich entschied mich trotzdem für die Tour mit 90 km. Rein fahrtechnisch nicht das Riesenproblem, jedoch sollte das fotografieren und Kuchenessen etwas bis ganz zu kurz kommen. Bei der letzten Tour hätte ich mir gerne nochmal guten Mallorquinischen Kuchen gegönnt.

Heute führte mich der Weg zunächst mit kräftigem Seitenwind bis hinter Can Picafort und weiter parallel zur Küstenlinie. Nach 15 km wendete ich mich ins Landesinnere und wurde für die nun anstehenden Höhenmeter mit Rückenwind gepushed. Das war klasse, vor allem der der „Highway“ nach Petra in Wellen langsam bergauf und gnadenlos geradeaus geht.

Straße nach Petra – ein Blick zurück
Petra – Pfarrkirche San Pere

In Petra war eigentlich ein Kuchenstop geplant. Dieser musste entfallen und ich fuhr weiter nach Sineu. Hier gab es nicht nur eine hübsche Windmühle, schöne Gässchen und eine tolle Kirche, sondern auch eine öffentlich zugängliche Bahnradbahn. Auf dieser kreise ich dreimal (recht langsam, da mit Kamera in der Hand) und hatte dieses lustige Erfahrung dann aber auch abgehakt.

Molí d´en Pau
Parròquia de Santa Maria de Sineu
Öffentliche Bahnradbahn

Seitlich bewindet ging es an leider recht stark befahrenen Straßen nach Inca. Und von dort ohne Umwege weiter nach Muro. Auch hier hätte ich gerne mehr Zeit verbracht, aber die innere Unruhe ließ keine Kaffeepause zu. Über Can Picafort ging es schließlich zurück. Tatsächlich war ich noch vor 13 Uhr da. Einen Kaffee und ein Stück Kuchen hätte ich locker geschafft. Aber ich konnte den Gegenwind auf den letzten knapp 30 km nicht einschätzen. Auch die mögliche Erschöpfung der letzten Tage wollte ich nicht unterschätzen. Ein Stück Kuchen gab es trotzdem. Im Hotel. Sicherlich ist da qualitativ aber noch Luft nach oben.

Muro

Kurz vor Can Picafort machte ich noch einen Stop bei einer großen Schafherde und musste an mich halten, um nicht laut loszuprusten. Tatsächlich meint man, je länger man sich das Ge“mähe“ anhört verschiedene Charaktere heraus zu hören. Von der mies gelaunten Alten bis zum Teenager, (wenige) gut gelaunte Schafe und viele, die einfach nur ihren Senf dazu geben müssen.

Wer lästert denn da?

Der Tag ingesamt war heute recht frisch. Trotzdem wollte ich noch einmal ins Meer. Doch mit der seichten Bucht von vorgestern hatte das Wasser heute nicht viel gemein. Nachdem gestern noch rot geflaggt war hing heute nur noch die gelbe Flagge, aber ich kam mir beim schwimmen ein bisschen vor wie in einer Waschmaschine. Deswegen hatte ich nach wenigen Metern schon die Nase voll (oder vielmehr die Nasenhöhlen gespült). Auch wenn der Bikini hinter von oben bis unten voller Sand war, war das noch einmal schön.

Tag 6 – Das war´s schon?

Heute ist der Tag der Abreise gekommen. Ich sitze auf gepackten Koffern und warte auf den Bus zum Flughafen. Rückblickend ging die Zeit viel zu schnell herum, aber es war ein großartiger Urlaub und meine erste Radreise im Ausland. Definitiv kann ich die Faszination verstehe, die Rennradfahrer jedes Jahr wieder auf die Insel ziehen. Noch einmal etwas Sommer im Herbst genießen, größtenteils tolle Wege und Straßen zum Radfahren und unterschiedlich anspruchsvolle Touren auf relativ kleinem Raum machen Mallorca wirklich zur idealen Radfahrinsel. Die Autofahrer sind hier deutlich geduldiger und sozialer als in Deutschland und nur selten fühlte ich mich auf den Straßen gedrängt oder gestresst. Drei Dinge würde ich jedoch beim nächsten Mal anders machen. Zum einen ist eine Woche etwas kurz, daher würde ich beim nächsten Mal 10 Tage buchen. Außerdem würde ich vermutlich mit jemandem reisen, denn eigentlich hatte ich vor viel Mandelkuchen zu essen und die Cafés kennenzulernen. Alleine fühlte ich mich da jedoch nicht wohl, weshalb ich das nicht gemacht habe. Das wäre auch der dritte Punkt, den ich ändern würde: mehr einkehren und nicht all inclusive buchen. Das erhöht die Flexibilität und lässt einen entspannt sich in ein beliebiges Café setzen. So hatte ich immer im Hinterkopf, dass ich auch im Hotel Kuchen essen könne….

Beim Blick aus dem Fenster stelle ich fest, dass es angefangen hat zu regnen. Das macht den Abschied von der Insel leichter. Vielen Dank, Mallorca, für die Schöne Zeit und te veo de nuevo pronto!

Vulkanradweg

Schulfreunde verliert man häufig irgendwann aus dem Blick. Auch bei Anna war das so. Nach dem Abi vor *hust* 14 Jahren haben wir uns vor einigen Jahren noch einmal zu Essen gehen verabredet und dann war lange Funkstille, da es sich irgendwie nicht ergeben hat. Im Winter war ich fleißig am Zwiften als sie plötzlich zu mir Kontakt aufnahm. Tatsächlich hatte auch sie mit dem Radfahren angefangen und sich ein Gravel gekauft (mittlerweile hat sie sogar auch schon ein schickes Rennrad). Beim Fachsimpeln über Zwift und Räder stellten wir fest, dass wir uns immer noch ziemlich gut verstehen. Und fuhren auch einige Male digital gemeinsam bei Zwift. Nun wohnt sie nicht mehr hier in der Gegend sondern in Frankfurt, was häufige Treffen eher ausschließt. Trotzdem sind wir vor ein paar Wochen bereits eine kleine Runde gefahren, als sie hier auf Heimatbesuch war. Bereits da hatten wir viel Spaß und ich versprach ihr einen Gegenbesuch. Schon platzte sie mit ihrem Plan heraus. Bei komoot habe sie eine Runde gefunden mit schlanken 160 km und 1400 hm. Ich war etwas ungläubig, aber sie hatte sich das in den Kopf gesetzt und ich kann einfach so schlecht „nein“ sagen. Außerdem lockte mich die Tour natürlich auch ungemein. Es sollte über den Vulkanradweg gehen und laut Höhenprofil etwa 80 km leicht bergauf und 80 km tendenziell eher bergab gehen. Das sollte mental auf der zweiten Hälfte ganz gut machbar sein – dachten wir. Aber häufig kommt ja alles anders als man denkt.

Das Wochenende rückte heran und ich reiste am Samstag bei meiner Cousine Regina und ihrer Familie an und durfte dort einen schönen Tag in Babenhausen verbringen. Mit Hundespaziergängen, Bummel durch Babenhausen, Leckereien vom Grill und einem gemütlichen Abend mit Gin Fizz, für den die Nachbarschaft noch Zuckersirup und Zitronen lieferte.

Die Nacht war viel zu kurz, aber ansonsten fühlte ich mich gut als ich mit dem Auto nach Frankfurt fuhr. Dort holte ich Anna ab und wir bahnten uns zunächst den Weg mit den Rädern aus Frankfurt raus. Aufgrund der angekündigten Böen hatte sie sich zum Glück für das schwerer aber stabilere Gravel entschieden. Die Sonne stand tief, es ging bergauf und schon hatte ich die erste rote Ampel übersehen und -fahren. Zum Glück nur eine Baustellenampel. Ohne weitere Verkehrsdelikte ging es einige Kilometer auf die Hohe Straße. Diese 38 km lange Regionalparkroute verläuft (wie ich jetzt im Nachhinein weiß…) zwischen Büdingen und Frankfurt, und war Teil des europaweiten Handelswegenetzes.

Auf der Hohen Straße blieben wir nicht lange sondern bogen ab Richtung Altenstadt, wo wir auf den Vulkanradweg auffuhren. Dieser fein asphaltierte Radweg führt von dort bis zum 94 km entfernten Schlitz. Ganz weit wollten wir jedoch nicht. Überall sahen wir riesige Gruppen von Störchen. Auch wenn sie schon lange nicht mehr selten sind war die schiere Masse beeindruckend. Über schnuckelige Orte ging es sanft ansteigend zunächst bis Gedern. Am dortigen Schloss machten wir eine kleine Pause um einige Orte weiter (kurz vor Grebenhain) den Vulkanradweg zu verlassen.

Bis zu diesem Zeitpunkt war die Stimmung gut. Wir hatten fast die Hälfte geschafft und bald würde es ja bergab gehen. Davon war zu diesem Zeitpunkt leider noch nichts zu spüren. Dafür wurde aber der Wind zum Problem. Die angekündigten Böen waren unsere Dauerbegleiter und kamen meist von vorn oder auch gerne mal überraschend von der Seite. Dies machte Anna zu schaffen, da sie auf Landstraßen (auf denen die Leute übrigens noch schlimmer fahren als im Harz…) noch etwas unsicher ist. Die Kombination aus Wind, dauernden Anstiegen, Landstraßen mit doofen Autofahrern, Selbstzweifel und einem schmerzenden Hintern ließen die Laune rapide sinken, was ich ihr aber keineswegs übel nahm. Ich hatte oft genug selbst ähnliche Gefühle. Leider fehlte mir die Kraft mich auf ihr Tempo einzulassen und so fuhr ich gerade in den Anstiegen meist vor und wartete oben. Für die Motivation der Mitfahrerin totaler Bockmist, aber bei einer solchen Strecke für mich nicht anders machbar. Irgendwie kämpften wir uns bis nach Büdigen, welches eine wunderschöne mittelalterliche Altstadt (die europaweit zu den am besten erhaltenen zählt) und viel Kopfsteinpflaster hat. Dort spendierte Anna ein Eis und eigentlich sollte sich die Stimmung verbessern – es waren nur noch 40km bis zum Ziel.

Dann zog sich aber der Himmel zu und es begann zu gewittern und zu regnen. Was nun? Abwarten? Abbrechen? Weiterfahren? Nachdem das Gewitter nicht wirklich beeindruckend war, entschlossen wir uns, zunächst ein paar Orte weiter zu fahren. Schon nach dem nächsten holte uns der Regen richtig ein. Nass bis auf die Schuhe das Polster ging es weiter. Im Nachhinein ist es total ärgerlich, dass wir nicht gehschaut haben, wo die Hohe Straße beginnt. Denn schon ab Büdingen hätten wir darauf – ungestört von Autofahrern – unseren Weg bis Frankfurt fortsetzen können. Wir folgten jedoch der von komoot vorgeschlagenen Route und trafen erst in Ostheim auf die Hohe Straße. Noch immer warteten wir jedoch erfolglos auf die deutlichen negativ-Höhenmeter… Nun wurde Anna zwar nicht gerade euphorisch, aber man merkte, dass sie innerlich etwas aufatmete. die Erschöpfung war allerdings schon recht massiv und letztlich wollten wir nur noch ankommen. Mit einem Blick über die Skyline und die letzten Kilometer durch die Stadt endete unsere Tour in Frankfurt.

Ich verabschiedete Anna schnell, da sie ein Date mit ihrer Badewanne hatte und machte mich auf den Weg zurück nach Babenhausen.

Regina zauberte noch ein leckeres Essen, die Müdigkeit übermannte (oder heißt es jetzt überfraute?) mich jedoch recht bald.

Am nächsten Tag bin ich ganz glücklich, dass ich mir ausnahmsweise mal keinen Wolf gefahren habe. In der letzten Woche hatte ich noch ein bisschen mit der Satteleinstellung experimentiert und war scheinbar endlich erfolgreich. Heute Nacht habe ich tatsächlich durchgeschlafen und fast zwei Stunden länger als für mich üblich. Nach dem langen Schlaf fühle ich mich auch richtig gut. Ja, die Oberschenkel spüre ich, aber das darf ja auch sein :).

Auf Anna bin ich unglaublich stolz. Auch, wenn sie die letzten 80 km leider nicht mehr ganz so viel Freude hatte und sobald nicht noch einmal eine solche Rund fahren möchte hat sie sich tapfer durchgebissen und allen Zweiflern zum Trotz gezeigt was sie kann. Gerade bei den widrigen Verhältnissen hätten sicherlich viele die Tour abgebrochen.

Was für ein Brocken

Stadtradeln, kaputte Felge, schneller, höher und weiter

Nordhausen calling. Und wir kommen. Am 30. Juni lachte die Sonne und wir sattelten die Räder und fuhren über Straßen aber auch schöne Schotterwege über zum Teil gar nicht soo schöne Hügel über Bad Sachsa und das Kloster Walkenried nach Nordhausen. Obwohl diese Stadt gar nicht so weit weg ist und viel zu bieten hat, waren wir noch nie dort. Das musste geändert werden. Mit dem Rad konnten wir uns zumindest eine ganz ganz kleinen Eindruck der Stadt machen. Mit spannender Industriekultur und schöner Altstadt sicherlich noch einmal eine Fahrt wert. 126 km mit ganz viel Abwechslung und schönen Fotomotiven.

873 km und 5341 hm in 40 Stunden habe ich im Juni auf dem Rad zurück gelegt. Behauptet zumindest Strava. Die Kilometer haben sich angesammelt, da ich meine Schule fürs Schulradeln (ein Bestandteil des Stadtradelns) angemeldet habe und selbst mit gutem Vorbild voran fahren wollte. Beim Stadtradeln geht es zum einen um die Einsparung von CO2, jedoch auch um den Ausbau der Radinfrastruktur, die hier auf dem Land aber mittlerweile gar nicht mehr soo übel ist. So bin ich immer wenn es sich anbot auch mit dem Rad zur Arbeit gefahren und habe das Rad so oft wie nur möglich bewegt. So konnte ich für mein Team immerhin in drei Wochen 811 km beisteuern. Mit den Topleuten, die sich für unsere Schule angemeldet haben konnte ich nicht mithalten. Die sind tatsächlich knappe 1398 und 1173 km gefahren. Wahnsinn! Insgesamt ein schöner Wettbewerb, bei dem ich auch im nächsten Jahr wieder gerne dabei bin. Mit Platz 138 von 316 aktiven Schulen müssen wir uns auch nicht verstecken.

Zwischendurch war Fahrradpflege angesagt. Außerdem gab es eine neue Kette und Kassette. Nach knapp 10.000 km war das wohl mal nötig. Beim Felgenwaschen entdeckte Kai die feinen Haarrisse an fast jeder zweiten Speiche (immer an der Antriebsseite). Was für ein Mist. Die nächsten Touren fuhr ich wie auf rohen Eiern und zuckte bei jeder Bodenwelle zusammen. Eigentlich albern, da die Risse sicherlich schon einige Zeit in den Felgen waren. Nun war jedoch guter Rat teuer und gute Felgen noch viel teurer. Gerne hätte ich mich etwas verbessert und die GR 1600 von DT Swiss gegönnt, aber wie sollte es anders sein – natürlich ist der Laufradsatz überall vergriffen. Also gab es den G1800 für rund 300€ (OVP: 388€). Die sind auch schick und haben ein nettes Freilaufgeräusch. Wenn sie etwas länger halten als die Vorherigen bin ich doch schon happy.

Mit neuen Felgen versuchte ich mich an einer Solo-Flachlandrunde um zu schauen, welches Tempo für mich auf so einer Strecke möglich ist. 60 km sollten es sein, da ich einen Startplatz für die Cyclassics in Hamburg gewonnen habe. Mein erstes richtiges Rennen mit Zeitnahme und allem Schnick und Schnack und gleich in Hamburg! Dort starte ich auf 60 km und nun ja, ich denke es wird recht flach. Maik, einer der Radfreunde hier aus der Gegend, hatte erst einige Tage vorher für sich eine Runde gebastelt, die ich mir dreist geklaut habe (immerhin bin ich sie anders herum gefahren). Tatsächlich schaffte ich auf der ersten Hälfte einen 32er Schnitt. Ehrlicherweise muss ich aber zugeben, dass es dort auch tendenziell bergab ging. Im Feld zwischen Scharzfeld und Pöhlde wäre ich gut mit 35 km/h durchgekommen, hätte mich nicht dieser dusselige Rentner oder älterem Land-/Forstwirt aufgehalten, der mich zwei Kilometer lang nicht vorbeilassen wollte und sogar gependelt ist anstatt einfach rechts zu fahren. So musste ich da auf 30 km/h abbremsen. Meckern auf hohem Niveau, aber total ärgerlich. Ab Gieboldehausen ging es langsam los mit Gegenwind und ab Hattorf holten mich die Höhenmeter ein, die vorher bergab gefahren war. Plötzlich fiel der Schnitt auf teilweise 25 km/h. Ich hatte das Ziel unter zwei Stunden und bleiben und trat so doll ich eben konnte in die Pedale. Nach 1:59:19 zeigte mein Rox 60 km an. Puhh, knappe Kiste, aber geschafft. Fairerweise muss ich sagen, dass es vermutlich doch kein 30er-Schnitt war, da Sigma gerne großzügig bei der Kilometervergabe ist. In der Regel habe ich immer ein paar km mehr als Kai auf seinem Garmin. Trotzdem war es für mich auf einer Solofahrt die höchste Geschwindigkeit und darauf kommt es mir an. In Hamburg sollte ein 30-Schnitt locker drin sein, vielleicht sogar 32, da man im Pulk ja doch deutlich schneller unterwegs ist.

Gestern fuhren wir zum letzten Tag des Stadtradelns mit einigen Leuten aus dem Göttinger Raum und einer Strava-Bekanntschaft aus Berka von Herzberg aus auf den Brocken. Angesagt waren 80 km und kein Rennen. Das fand ich sympathisch, da ich ja an Bergen nicht so sonderlich stark bin. Zum Glück waren noch zwei weitere Frauen dabei, weshalb das Tempo tatsächlich recht entspannt war. Daher lief es übers Siebertal ganz gut. Im oberen Teil der Schluft fuhr jeder sein Tempo und ich kam sogar ohne Pausen an. Trotzdem war ich dort schon ganz schön erschossen. Immerhin ging es auf der Harzhochstraße entspannter zu und und rollte bis Braunlage ziemlich entspannt. Dann wurde es wieder welliger und ab Elend noch ein einmal elendig eklig bis Schierke. Oben angekommen verschnauften wir noch einmal, bevor wir die letzten Kilometer auf der Brockenstraße in Angriff nahmen. Das ging anfangs auch ganz gut, eine Pause brauchte ich an einer Rampen aber trotzdem. Ab einer bestimmten Steigung fange ich immer an zu Pfeifen. Ob ich hyperventiliere oder vielleicht doch ein Belastungsasthma habe – ich weiß ich nicht. (Da ich den Abend über aber nach solchen Geschichten auch zu Hause immer nur eingeschränkt atmen kann tippe ich eher auf letzteres.) Danach ging es weiter. Kurz vor der Knochenbrecherkurve (die heißt nicht umsonst so…) trafen wir zunächst Brocken-Benno und kurz danach einen Kollegen mit seiner Frau. Am letzten Kilometer verließ mich wieder der Atem. Zitternd und laut aus der Lunge pfeifend musste ich einige Meter schieben. Die letzten Meter gingen irgendwie und schließlich war ich oben. Trotz der Schwächen am Ende war und bin ich immer noch stolz, da hochgekommen zu sein. Oben setzten wir uns und aßen und tranken um wenigstens einen Teil der Kalorien wieder reinzuholen. Dann machten wir uns auf den Rückweg. Die Abfahrt war der Kracher. Im oberen Teil musste man noch sehr bedacht fahren ob der Wanderer, aber im unteren Teil konnte man super laufen lassen und mit 50-60 km/h runter rollen. Zwischendurch wurde es noch wellig, aber das war vernachlässigbar. Leider musste sich die Gruppe in Braunlage trennen, da Daniela (aus Göttingen) fiese und immer lauter werdende Geräusche am Rad hatte, die immer lauter wurden. Erst lag der Verdacht auf den Speichen, dann stellte sich das Ganze als Lagerschaden heraus. Die Göttinger Fraktion legte also in Braunlage eine Kaffeepause ein, um auf Danielas Mann zu warten, der ihr andere Laufräder bringen sollte und wir fuhren mit Katrin (aus Berka) über Bad Lauterberg zurück. Wir begleiteten sie noch bis Hattorf und fuhren dann nach Hause. Nach 133,33 km und 1641 hm waren wir auch wieder zu Hause. Mit dieser netten Gruppe war das eine gelungene Bike-Brocken-Premiere für uns drei Damen.

Mittlerweile habe ich die 4000 Jahreskilometer geknackt. Zur Erinnerung: im letzten Jahr bin ich insgesamt 4.500 km gefahren. Ich bin gespannt, was das Jahr noch für mich bereit hält, ob wir in den Sommerferien noch eine kleine Bike-Packing-Tour oder wenigstens einen Overnighter starten und wie das Rennen in Hamburg wird. Drückt mir die Daumen. 🙂

Alles neu macht der Mai

Wow, das ist schon mein 40. Beitrag. Ein kleines Jubiläum. Auch hier findet ihr einiges an Produkten. Diese sind allerdings alle selbst gekauft und daher ehrlich bewertet ohne die Werbetrommel zu rühren. 🙂

Der Mai war wettertechnisch ja etwas april-lastig. Viel Regen und Wind, wie wir alle in Deutschland zu spüren bekommen haben. Und was macht bei schlechtem Wetter? Das Rad auf Vordermann bringen und onlineshoppen…. Dringend nötig hatten es meine Reifen. Da musste mal wieder Ersatz her, da ich wieder fast auf Slicks unterwegs war und alle Gummiwutzeln (danke für dieses Wort Niki Lauda) abgefahren waren. Jetzt fahre ich wieder einmal mit Schwalbe Bereifung (G-One Allround Performance) und musste mich die ersten Kilometer an das Profil gewöhnen. Plötzlich klebt der Asphalt, wenn man zuvor noch ohne Profil unterwegs war. Tatsächlich ist es bei Gravelanteilen aber auch wieder viel angenehmer, wenn die Reifen nicht gleich durchdrehen. Die Kette war nun auch schon seit zwei Jahren drauf und bevor auch die Kassette gewechselt werden muss durfte auch ein neuer Ritzelschmuck aufgezogen werden. Das Bike war nun wieder sommerschick. Fehlte nur noch der Fahrer.

Von meinen Sitzbeschwerden hatte ich ja schon diverse Male geschrieben. Daher kam die Idee mir mal eine teure Hose zu kaufen. Also schaute ich wochenlang bei allen namenhaften Herstellern wie Rapha, Castelli und Assos, konnte mich aber nicht so recht entscheiden. Dann stieß ich auf everve. Die deutsche Firma hatte ich schon vor zwei Jahren gefunden, da sie (leider nur für Herren) Hosen mit individuellem Polster anbieten. Dort fand ich aber auch tech Trägerhose für Damen. Im Vergleich mit 125 € deutlich günstiger. Nun bin ich von Natur aus skeptisch und vorsichtig. Denn ich wollte nicht wieder eine mittelklassige Hose fahren, mit der ich hinterher unglücklich bin. Nach Emailkontakt wusste ich dass die Polster dort gefertigt werden, wo auch Assos produziert und wie der Preis zustande kommt. Everve arbeitet ohne Zwischenhändler. Durch diesen Direktvertrieb spart der Endkunde jede Menge Geld. Nach dem netten Kontakt habe ich einfach mal bestellt. Viele schreiben, dass die Hosen eng sind – jupp sind sie definitiv. Aber wenn man sich erst einmal reingezwängt hat sitzt sie angenehm komprimierend. Die Träger laufen seitlich an der Brust vorbei, wer da empfindlich ist, sollte also keine Probleme haben. Die tech ist deutlich kürzer als meine Scott RC. Zum Bräunen ist das sehr schön, ein Kompressionseffekt bis zur Mitte des Oberschenkels wäre aber auch nicht schlecht. Die Träger lassen sich zur Biopause hinten abnehmen. Zwei kleine Haken sind hierfür zu lösen. Das funktioniert prinzipiell ganz gut. Allerdings ist das Schließen tatsächlich recht fummelig und verlangt etwas Übung und Gelenkigkeit. Leider kam ich auf den ersten Fahrten überhaupt nicht mit dem Polster zurecht. Immer war ich am Zuppeln und musste Stoppen um das Polster wieder in die Breite zu ziehen. Ärgerlich. Zum Glück hatte ich mir für mein Kickrbike einen SQLab 612 Sattel gekauft. Diesen tauschte ich gegen den Ergon SR Pro Women mit dem ich bisher recht zufrieden unterwegs war. Der Ergon hat eine Öffnung um den Schambereich zu entlasten. In dieses hat sich das Polster der Hose immer wieder reingezogen. Mit dem SQLab fehlen mir noch die Erfahrungen bei ganz langen Touren (bisher outdoor nur 70km am Stück) aber er scheint deutlich besser mit der Hose zu harmonieren und das Gezuppele hat ein Ende. Alles in allem schneidet die Hose bei mir mit kleineren Abzügen ganz gut ab und ich bereue den Kauf nicht. Vielleicht könnte man tatsächlich die Befestigung der Träger überdenken. Hier bevorzuge ich den Reißverschluss von Endura oder den magnetischen Clip bei Scott.

Nach der Hose kam die Sehnsucht nach neuen Schuhen auf. Mein erstes Paar hatte ich mir vor zwei Jahren günstig geschossen und hatte auch nie Probleme, schön, sind sie aber nicht mehr so richtig, da einige Stollen fehlen und sie schon ordentlich Macken haben. Blöderweise sind sie zu allem Überfluss auch noch braun und nicht schwarz. Modisch also kein Highlight. Die neuen Schuhe sollten auffallen. Schwarz wäre auch in Ordnung gewesen, eigentlich wollte ich aber auffällige Schuhe. Auffällig ist aber auch nicht immer unbedingt schön. Auch hier nahm die Suche mehrere Wochen (immerhin nicht ununterbrochen) in Anspruch. Dann entdeckte ich die Gravel-Schuhe RX8 von Shimano. Nicht ganz günstig, aber in silber mit dezentem Camouflage-Muster ein echtes Highlight.

Neu vs. alt

Zunächst machte ich mir Sorgen darum, wie empfindlich die Beschichtung sei, nach zwei kleineren Stürzen auf Schotter und Asphalt haben sie aber keinen Kratzer abbekommen. Stürze? Ja leider. Beide auf einer Tour… Am Pfingstmontag war ich mit Kai im Harz unterwegs knackige Höhenmeter und ganz viel Schotter forderten mich ganz schön. Unter den neuen Schuhen hatte ich auch neue Cleats. Doch damit nicht genug. Bisher bin ich immer die Multi-Release-Cleats von Shimano gefahren, die einen Ausstieg nach oben, schräg oben oder zur Seite ermöglichen. Leider hatten wir noch die schwarzen da, die einen Single-Release (also Ausstieg nur durch das Drehen des Fußes zur Seite) zu Hause. Egal dachte ich. Das bekomme ich schon hin. Jetzt kann ich sagen – nö, bekomme ich nicht hin. Das erste Mal kippte ich auf Schotter, wenige hundert Meter später auf Asphalt um, natürlich beide Male auf dasselbe Knie. Dem Rad ist zum Glück nichts passiert. Nur komme ich mir jetzt vor wie ein Grundschulkind mit der kleinen Schotterflechte am Knie. Ich kam einfach trotz mehrfachen Versuchens nicht aus den Pedalen, wobei die wirklich nur sehr soft eingestellt sind. Ich nehme an, dass ich mir einen Ausstieg nach außen-oben oder so angewöhnt habe. Auf jeden Fall eine nicht die Bewegung, die hier nötig wäre. Bevor ich noch weiter für Erheiterung sorge, wenn ich an jeder Kreuzung umfalle, bestellt ich mir wieder die silbernen Cleats. Sicher ist sicher…

Zwei erwähnenswerte Touren gab es auch noch. Am 09.05. fuhren wir 150 km über Göttingen zum Hohen Hagen bei Geismar und über Northeim zurück. Da wollte ich einfach mal schauen, was es mit dem Berg auf sich hat, da bei dem Rad-Rennen in Göttingen (der Tour d´Energie) immer alle Angst davor haben. Tatsächlich ist der Anstieg (nach 80 km) in den Beinen knackig, aber ich hatte schlimmeres erwartet. Schlimmer da war tatsächlich der Anstieg der sich durch Settmarshausen zieht. Eine lange lange gerade Straße, die sich mit 5% durch den Ort zieht. Wir kamen insgesamt auf 980 Höhenmeter, die meisten, die ich bisher gefahren bin. Nach sechs Stunden Fahrt hatten wir beide bei dem tollen Wetter einen ganz schönen Sonnenbrand.

Die zweite anspruchsvollere Tour war am Pfingstmontag. Wieder war der Wind mal wieder kräftig, aber zumindest schien die Sonne. Geplant waren eigentlich eine reine Straßentour mit 70 km und 760 Höhenmetern. Geworden ist es eine Road/Gravel-Tour mit 70 km und 940 Höhenmetern. Los ging es von Herzberg mit Gegenwind nach Bad Sachsa und dann den S.H.E. (Radweg auf der Strecke der früheren Südharzer Eisenbahn) über Wieda nach Braunlage. Der Untergrund waren überwiegend Schotterwege, hin und wieder schmalere schlammige Trails. In Braunlage kippte ich das erste mal am Forellenteich aus dem Sattel. Nachdem ich mich wieder aufgerappelt hatte und wir auf den Schreck erst einmal die Brötchen vernichteten fuhren wir schotterig weiter Richtung Rinderstall (mit einem weiteren Umfaller). Ab dann wurde es haarig für mich. Die Steigung, der Schotter und die aufsteigende Panik nicht mehr aus dem Pedal zu kommen raubten mir ganz schön die Kraft, sodass ich einig Meter schieben musste. Ab dem Parkplatz Dreibrodesteine oberhalb von St. Andreasberg ging es bergab. Im positiven Sinne. Endlich wieder rollen lassen, größtenteils sogar auf Asphalt. Toll… Der Weg endete im Siebertal, wo uns wieder fröhlich der Wind begrüßte. Ich klemmte mich in den Windschatten und ließ mich bis Herzberg ziehen. Da war ich dann wieder ganz gut erholt ;).

Indoorradeln mit dem kickrbike

Welcher Rollentrainer?

Dieses Jahr hatten wir ja tatsächlich einmal winterliche Temperaturen im Winter und ich kam schon Ende des Jahres an die Grenzen des Erträglichen. Trotz Winterhose und -schuhen, Merinosocken dicken Handschuhen und beheizbaren Sohlen hatte ich nach etwa 30 Minuten die ersten Anzeichen, dass sich das Blut aus Fingern und Zehen zurückzieht und nach zwei Stunden war der Spaß für mich dann vorbei. Längere Touren – undenkbar. Schon nach kurzen Touren stand ich bis zu 20 Minuten unter der Dusche, bis meine Finger von weiß und dunkelblau über knallrot und schmerzend zu einer normalen Färbung zurückgefunden hatten. Das ganze nennt sich ja Reynould-Syndrom und ist gar nicht so selten. Immer wieder hört man „ach, du hast das auch?“. Von daher werden einige hier wissen, wovon ich schreibe und weshalb Radfahren im Winter eher eine Tortur als ein Genuss ist. Gegen indoorcycling habe ich mich bisher immer gesträubt. Das ganze Hinterrad ausbauen oder vielleicht sogar anderen Reifen aufziehen und Kassette einstellen und und und… dieser ganze Kram hat mich sehr abgeschreckt. Außerdem würde ich mich gerne bei schönem Wetter spontan auch wieder outdoor aufs Rad setzen ohne vorher alles Mögliche umzubauen. Natürlich hätte ich mir ein günstiges Zweitrad und einen Smarttrainer kaufen können, aber nach langem Überlegen und Testslesen habe ich mich für das wahoo kickrbike entschieden, da ich mir da die ganze Montage und Einstellerei sparen kann. Noch lieber hätte ich mir das Wattbike Atom gekauft, weil es etwas ausgereifter wirkt und deutlich weniger kostet. Leider ist das in Deutschland nicht zu bekommen. Nicht zu bekommen – das gilt natürlich auch für viele andere Rollentrainer, aber immer wieder sind doch einzelne Exemplare plötzlich zu haben. Und so war auch mein Kickrbike innerhalb weniger Tage da.

Aufgesattelt

Kai half mir beim Aufbau, wobei dieser relativ einfach vonstatten geht. Stützfüße anschrauben, Sattel und Lenker drauf und Pedale dran. Dann noch ein paar Kabel einstecken und das war´s. Bei der Lieferung ist alles dabei – sogar Pedale. Allerdings nur flats. Das ist aber ganz klar, da ja jede Firma ihr eigenes click-System hat. Ich montierte einmal kurz den gelieferten Sattel und merkte sofort, dass der bei mir keinen Sinn macht. Von meinem Bekannten Ronny durfte ich allerdings den Brooks C17 carved ausprobieren.

Noch mit „flats“

Mit dem hatte ich schon lange geliebäugelt. Leider passt auch dieser Sattel überhaupt nicht zu mir. Das Schambein fühlte sich nach zwei Touren so an, als sei es grün und blau, obwohl auch auch mit der Höhe der Sattelnase noch experimentiert hatte. Außerdem ist die Öffnung tatsächlich ZU groß. Auch andere zunächst vielversprechende Sättel überzeugten mich nicht…

Ein weiterer Bekannter (Bernhardt aus Hattorf) ließ mich den 611 von SQLab testen. Der war ganz gut, wobei nach zwei Stunden auch alles weh tat. Aber das muss beim Indoorradeln wohl so sein. Letztendlich bestellte ich mir den 612 von SQlab und der darf im Sommer auch auf mein Gravel wandern. Einen großen Unterschied zum 612 merke ich nicht, aber da ich jetzt auf so vielen Sätteln saß sind tatsächlich mein Ergon und der 612 die „kleinsten Übel“. Vermutlich muss ich mich damit anfreunden, dass ich untenrum einfach ziemlich empfindlich bin und gelegentlich mit Eiterknoten, Brennen & Co. leben muss.

Gut, dass man beim Indoor Training kaum schwitzt 😅

Erster Eindruck

Genug der ekligen Details. Kommen wir zurück zum Kickrbike. Das Bike selbst hat ein schlankes Design und wirkt recht gut verarbeitet. Der immer wieder kritisierte Lenker ist tatsächlich nicht sehr komfortabel, da das Rohr einen sehr dünnen Durchmesser hat. Als Schweißschutz nutze ich ein Handtuch, welches ich gleichzeitig als Lenkerpolsterung nehme. So lässt es sich arbeiten. Die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten sorgen dafür, dass das Rad für jeden perfekt angepasst werden kann. Durch die App ließ ich mir (nach Angabe von Schrittlänge und Körpergröße) Maße vorschlagen, die ich jedoch noch optimieren musste. Beim Antreten erschrak ich erst einmal etwas. Nachdem ich oft gehört hatte, dass das Fahren auf der Rolle viel leichter ist als draußen und man leicht einen 30er oder 35er-Schnitt fahren kann, muss ich entschieden sagen, dass das auf dem kickrbike NICHT so ist. Das bestätigte mir auch Kai, der schon früher Rolle gefahren ist. Der Widerstand ist deutlich realistischer und das Bergefahren genauso anstrengend wie draußen. Erschwerend kommt hinzu, dass der kühlende Fahrtwind fehlt, weshalb die externe Wasserkühlung des Körpers immer ganz schön eskaliert. Ausgleichend fällt natürlich der fordernde Gegenwind auch weg.

Leider fiel von Beginn an ein Schleifgeräusch auf, das innerhalb eines bestimmten „Drehzahlbereichs“ ganz schön laut war und immer noch ist, ab einer bestimmten Watt- und Trittfrequenz verschwindet. Mit Geräuschen (Klappern, Quietschen, Jaulen) haben wohl viele wahoo-Produkte zu kämpfen. Nachdem ich quer durch die Foren gelesen hatte entschied ich mich jedoch gegen einen Rückversand, da einige Kunden bereits drei bis vier Geräte retourniert hatten und immer wieder neue teilweise schwerwiegendere Probleme hatten. Das Schleifen scheint weder die Schwungscheibe noch wichtige Bauteile zu betreffen, weshalb ich es jetzt einfach hinnehme.

Die ersten Tage probierte ich mich durch die wahoo Fitness-App. Hiermit kann ich auf verschiedenen Leveln (mit verschiedenen Steigungen), mit einer Ergometerfunktion mit einer gewählten Wattzahl oder mit einer Simulationseinstellung (Gefälle und Windgeschwindigkeit) fahren oder eine andere App zum Steuern nutzen. Wenn der Fernseher nebenbei läuft eine prima Sache, ohne wäre das nichts für mich. Der große Vorteil hier ist natürlich die kostenlose Nutzung.

Kinomap.com

Genug vom TV und dem eintönigen Fahren machte ich mich auf die Suche nach Fahrradsimulationsprogrammen. Mit Zwift wollte ich nicht sofort starten, daher schaute ich mir zunächst kinomap.com an. Von Radfahren, Laufen und Rudern mit Video bis hin zu FTP-Tests und Intervalltraining ist hier alles möglich. Spannend ist hier, dass andere Mitglieder ihre Routen mit GPS und Video aufzeichnen und zum Nachfahren zur Verfügung stellen. Als Fahrer habe ich dann die Wahl ob ich die Route in meiner Geschwindigkeit nachfahre oder in der des Erstellers. Letzteres kann sehr mühsam sein, wenn ein Pärchen mit Treckingbikes durch Berlin gondelt und zwischendurch Pausen macht ;). Bei ersterer kann ich mich mit anderen messen, die diese Strecke ebenfalls schon gefahren sind.

Kinomap.com

Ich habe ein paar Tage die 14-tägige kostenlose Testversion probiert und war ganz angetan, aber leider nicht extrem motiviert. Die Option eigene Strecken hochzuladen ist allerdings ganz reizvoll. Reizvoll ist auch der Preis von 9,99€ monatlich, 79,99€ jährlich oder 229€ lebenslänglich. Damit können die großen Plattformen nicht mithalten.

Zwift – Achtung Suchtgefahr!

Zwift bietet eine 7 tägige kostenlose Testversion an. Die wollte ich als nächstes in Anspruch nehmen. Eigentlich ist mir Zwift mit 14,99€/Monat etwas zu teuer, aber ich sagte mir, dass ein Test ja nicht schaden kann.

Schon beim Erstellen des Avatar hatte mich Zwift schon im Griff. Eindeutig hat man hier mehr das Gefühl ein Spiel zu spielen, als stumpf auf dem Heimtrainer zu strampeln. Upgrades je nach Leistung und gesammelten Punkten („drops“) und ein Balken, der einem anzeigt, wie lange man noch zur nächsten Stufe radeln muss. Motivation pur. Trotzdem kommt das professionelle Fahrgefühl nicht zu kurz. Endlich kam ich in den Genuss der Neigungsverstellung, der einem ein realistisches Gefühl von Bergauf- und Bergabfahren vermittelt. Zuvor hatte ich diese Funktion belächelt, aber tatsächlich hat sie zwei Vorteile. Zum einen entlastet sie den Körper durch zusätzliche Bewegung. Die starre Haltung (die auf dem Kickrbike zum Glück gar nicht sooo starr ist) wird also etwas aufgelöst und ich werde, wenn ich nicht auf den Bildschirm schaue, nicht böse von einer Steigung überrascht, sondern merke, dass sich der Lenker hebt. Auf einige Strecken hat man ein leichtes Achterbahngefühl, was unglaublich Spaß macht. Viele meiner Bekannten fahren auch Zwift und man kann sich dort zu Fahrten verabreden, was gerade zu Coronazeiten eine tolle Option ist. Selbst den ein oder anderen Profi kann man dort antreffen. So fuhr ich schon einige Meter mit André Greipel. Was für eine Ehre!

Meine Motivation war tatsächlich so groß, dass ich jeden tag gefahren und mich völlig verausgabt habe. Das merkte ich zunächst an dem Acetongeruch unter der Dusche (der Duft der Proteinverbrennung) und einem deutlichen Zeichen von Übertraining: Schlaflosigkeit. Irgendwann lief der Körper so auf der letzten Rille, dass es als Gefahr erkannt wurde und meine Nebenniere so stark Adrenalin ausgeschüttet hat, dass ich eine Nacht trotz extreme Müdigkeit nur knapp 3h schlafen konnte. Dieses Warnsignal habe ich beherzigt und es die nächsten Tage etwas ruhiger angehen lassen. Regeneration ist nicht zu unterschätzen.

Super spaßig sind auf Zwift auch die Gruppenfahrten oder auch Verabredungen mit Bekannten. Damit habe ich sogar den Kontakt zu einer Schulfreundin wieder aufgebaut, was mich riesig freut. Bei unserer Tour führten wir ein klasse Telefonat (zum Schluss mit leichter Schnappatmung).

Nachdem mein Probeabo ausgelaufen ist, werde ich einen Monat dazu buchen, da die Temperaturen mich weiterhin nicht nach draußen locken. Am März hoffe ich aber, dass ich mein Gravel mal wieder bewegen kann :).

Drei Programme, die mich noch interessieren sind Cadesport, BKOOL und Rouvy. Cadesport ist noch im Betastadium und grafisch nicht so auf der Höhe wie Zwift, aber kostenlos. In Schlechtwetterphasen des Jahres wäre das sicherlich eine klasse Option. Auch spannend klingt BKOOL. BKOOL ist etwas realistischer – vor allem auch die Möglichkeit, eigene gpx.-Dateien hochzuladen. Der Spaß kostet 9,99€. Das lässt auch über leichte grafische Schwächen und fummelige Bedienung hinwegschauen. Einen Monat kann BKOOL gratis getestet werden.

Als Nr. 1 App sieht sich Rouvy. Alleinstellungsmerkmal sind sicherlich die realistische Simulation auf bekannten Strecken. Zwar kostet auch Rouvy 12€ im Monat beim Jahresabo, aber es wird Familysharing angeboten. Bis zu zwei weitere Mitglieder dürfen mit trainieren. Das ist super fair. Es gibt wohl auch kürzere Abos, dazu habe ich aber leider keine Infos finden können…

Brustgurt und ANT+

Meinen Garmin Tri Brustgurt wollte ich selbstverständlich auch gerne koppeln und musste schnell feststellen – das geht nicht, da weder mein Smartphone (ja, manche können das – meins nicht) noch mein Laptop das ANT+-Signal verarbeiten können. Abhilfe sollen hier ANT+-USB-Sticks schaffen. Die gibt es bereits um 15€ bei Ama*** und Co. Schnell bestellt und schnell geliefert steckte ich den Stick ein – und er funktionierte. Grandios. Selbst bei der nächsten Fahrt. Doch ab der dritten wollte der Stick nicht mehr. Ich habe alles probiert, aber mein Laptop wollte ihn nicht mehr erkennen. Also zurückgeschickt und den nächsten Stick für etwa 18€ gekauft. Auch er kam zügig an und wurde vom Laptop erkannt, aber es gab keine verfügbare Installationssoftware. Auf dem Stick stand auch keinerlei Bezeichnung, geschweige denn die im Netz abgebildete Marke. Also wieder eingepackt und weggeschickt. Jetzt gebe ich mehr Geld aus für den Stick von Saris. Er ist baugleich mit dem von Garmin und Elite (die liegen alle um die 40€) und macht hoffentlich was er tun soll. Wir werden sehen….