Alles neu macht der Mai

Wow, das ist schon mein 40. Beitrag. Ein kleines Jubiläum. Auch hier findet ihr einiges an Produkten. Diese sind allerdings alle selbst gekauft und daher ehrlich bewertet ohne die Werbetrommel zu rühren. 🙂

Der Mai war wettertechnisch ja etwas april-lastig. Viel Regen und Wind, wie wir alle in Deutschland zu spüren bekommen haben. Und was macht bei schlechtem Wetter? Das Rad auf Vordermann bringen und onlineshoppen…. Dringend nötig hatten es meine Reifen. Da musste mal wieder Ersatz her, da ich wieder fast auf Slicks unterwegs war und alle Gummiwutzeln (danke für dieses Wort Niki Lauda) abgefahren waren. Jetzt fahre ich wieder einmal mit Schwalbe Bereifung (G-One Allround Performance) und musste mich die ersten Kilometer an das Profil gewöhnen. Plötzlich klebt der Asphalt, wenn man zuvor noch ohne Profil unterwegs war. Tatsächlich ist es bei Gravelanteilen aber auch wieder viel angenehmer, wenn die Reifen nicht gleich durchdrehen. Die Kette war nun auch schon seit zwei Jahren drauf und bevor auch die Kassette gewechselt werden muss durfte auch ein neuer Ritzelschmuck aufgezogen werden. Das Bike war nun wieder sommerschick. Fehlte nur noch der Fahrer.

Von meinen Sitzbeschwerden hatte ich ja schon diverse Male geschrieben. Daher kam die Idee mir mal eine teure Hose zu kaufen. Also schaute ich wochenlang bei allen namenhaften Herstellern wie Rapha, Castelli und Assos, konnte mich aber nicht so recht entscheiden. Dann stieß ich auf everve. Die deutsche Firma hatte ich schon vor zwei Jahren gefunden, da sie (leider nur für Herren) Hosen mit individuellem Polster anbieten. Dort fand ich aber auch tech Trägerhose für Damen. Im Vergleich mit 125 € deutlich günstiger. Nun bin ich von Natur aus skeptisch und vorsichtig. Denn ich wollte nicht wieder eine mittelklassige Hose fahren, mit der ich hinterher unglücklich bin. Nach Emailkontakt wusste ich dass die Polster dort gefertigt werden, wo auch Assos produziert und wie der Preis zustande kommt. Everve arbeitet ohne Zwischenhändler. Durch diesen Direktvertrieb spart der Endkunde jede Menge Geld. Nach dem netten Kontakt habe ich einfach mal bestellt. Viele schreiben, dass die Hosen eng sind – jupp sind sie definitiv. Aber wenn man sich erst einmal reingezwängt hat sitzt sie angenehm komprimierend. Die Träger laufen seitlich an der Brust vorbei, wer da empfindlich ist, sollte also keine Probleme haben. Die tech ist deutlich kürzer als meine Scott RC. Zum Bräunen ist das sehr schön, ein Kompressionseffekt bis zur Mitte des Oberschenkels wäre aber auch nicht schlecht. Die Träger lassen sich zur Biopause hinten abnehmen. Zwei kleine Haken sind hierfür zu lösen. Das funktioniert prinzipiell ganz gut. Allerdings ist das Schließen tatsächlich recht fummelig und verlangt etwas Übung und Gelenkigkeit. Leider kam ich auf den ersten Fahrten überhaupt nicht mit dem Polster zurecht. Immer war ich am Zuppeln und musste Stoppen um das Polster wieder in die Breite zu ziehen. Ärgerlich. Zum Glück hatte ich mir für mein Kickrbike einen SQLab 612 Sattel gekauft. Diesen tauschte ich gegen den Ergon SR Pro Women mit dem ich bisher recht zufrieden unterwegs war. Der Ergon hat eine Öffnung um den Schambereich zu entlasten. In dieses hat sich das Polster der Hose immer wieder reingezogen. Mit dem SQLab fehlen mir noch die Erfahrungen bei ganz langen Touren (bisher outdoor nur 70km am Stück) aber er scheint deutlich besser mit der Hose zu harmonieren und das Gezuppele hat ein Ende. Alles in allem schneidet die Hose bei mir mit kleineren Abzügen ganz gut ab und ich bereue den Kauf nicht. Vielleicht könnte man tatsächlich die Befestigung der Träger überdenken. Hier bevorzuge ich den Reißverschluss von Endura oder den magnetischen Clip bei Scott.

Nach der Hose kam die Sehnsucht nach neuen Schuhen auf. Mein erstes Paar hatte ich mir vor zwei Jahren günstig geschossen und hatte auch nie Probleme, schön, sind sie aber nicht mehr so richtig, da einige Stollen fehlen und sie schon ordentlich Macken haben. Blöderweise sind sie zu allem Überfluss auch noch braun und nicht schwarz. Modisch also kein Highlight. Die neuen Schuhe sollten auffallen. Schwarz wäre auch in Ordnung gewesen, eigentlich wollte ich aber auffällige Schuhe. Auffällig ist aber auch nicht immer unbedingt schön. Auch hier nahm die Suche mehrere Wochen (immerhin nicht ununterbrochen) in Anspruch. Dann entdeckte ich die Gravel-Schuhe RX8 von Shimano. Nicht ganz günstig, aber in silber mit dezentem Camouflage-Muster ein echtes Highlight.

Neu vs. alt

Zunächst machte ich mir Sorgen darum, wie empfindlich die Beschichtung sei, nach zwei kleineren Stürzen auf Schotter und Asphalt haben sie aber keinen Kratzer abbekommen. Stürze? Ja leider. Beide auf einer Tour… Am Pfingstmontag war ich mit Kai im Harz unterwegs knackige Höhenmeter und ganz viel Schotter forderten mich ganz schön. Unter den neuen Schuhen hatte ich auch neue Cleats. Doch damit nicht genug. Bisher bin ich immer die Multi-Release-Cleats von Shimano gefahren, die einen Ausstieg nach oben, schräg oben oder zur Seite ermöglichen. Leider hatten wir noch die schwarzen da, die einen Single-Release (also Ausstieg nur durch das Drehen des Fußes zur Seite) zu Hause. Egal dachte ich. Das bekomme ich schon hin. Jetzt kann ich sagen – nö, bekomme ich nicht hin. Das erste Mal kippte ich auf Schotter, wenige hundert Meter später auf Asphalt um, natürlich beide Male auf dasselbe Knie. Dem Rad ist zum Glück nichts passiert. Nur komme ich mir jetzt vor wie ein Grundschulkind mit der kleinen Schotterflechte am Knie. Ich kam einfach trotz mehrfachen Versuchens nicht aus den Pedalen, wobei die wirklich nur sehr soft eingestellt sind. Ich nehme an, dass ich mir einen Ausstieg nach außen-oben oder so angewöhnt habe. Auf jeden Fall eine nicht die Bewegung, die hier nötig wäre. Bevor ich noch weiter für Erheiterung sorge, wenn ich an jeder Kreuzung umfalle, bestellt ich mir wieder die silbernen Cleats. Sicher ist sicher…

Zwei erwähnenswerte Touren gab es auch noch. Am 09.05. fuhren wir 150 km über Göttingen zum Hohen Hagen bei Geismar und über Northeim zurück. Da wollte ich einfach mal schauen, was es mit dem Berg auf sich hat, da bei dem Rad-Rennen in Göttingen (der Tour d´Energie) immer alle Angst davor haben. Tatsächlich ist der Anstieg (nach 80 km) in den Beinen knackig, aber ich hatte schlimmeres erwartet. Schlimmer da war tatsächlich der Anstieg der sich durch Settmarshausen zieht. Eine lange lange gerade Straße, die sich mit 5% durch den Ort zieht. Wir kamen insgesamt auf 980 Höhenmeter, die meisten, die ich bisher gefahren bin. Nach sechs Stunden Fahrt hatten wir beide bei dem tollen Wetter einen ganz schönen Sonnenbrand.

Die zweite anspruchsvollere Tour war am Pfingstmontag. Wieder war der Wind mal wieder kräftig, aber zumindest schien die Sonne. Geplant waren eigentlich eine reine Straßentour mit 70 km und 760 Höhenmetern. Geworden ist es eine Road/Gravel-Tour mit 70 km und 940 Höhenmetern. Los ging es von Herzberg mit Gegenwind nach Bad Sachsa und dann den S.H.E. (Radweg auf der Strecke der früheren Südharzer Eisenbahn) über Wieda nach Braunlage. Der Untergrund waren überwiegend Schotterwege, hin und wieder schmalere schlammige Trails. In Braunlage kippte ich das erste mal am Forellenteich aus dem Sattel. Nachdem ich mich wieder aufgerappelt hatte und wir auf den Schreck erst einmal die Brötchen vernichteten fuhren wir schotterig weiter Richtung Rinderstall (mit einem weiteren Umfaller). Ab dann wurde es haarig für mich. Die Steigung, der Schotter und die aufsteigende Panik nicht mehr aus dem Pedal zu kommen raubten mir ganz schön die Kraft, sodass ich einig Meter schieben musste. Ab dem Parkplatz Dreibrodesteine oberhalb von St. Andreasberg ging es bergab. Im positiven Sinne. Endlich wieder rollen lassen, größtenteils sogar auf Asphalt. Toll… Der Weg endete im Siebertal, wo uns wieder fröhlich der Wind begrüßte. Ich klemmte mich in den Windschatten und ließ mich bis Herzberg ziehen. Da war ich dann wieder ganz gut erholt ;).

Kleiner Bib-Shortstest – oder „Wie absolviere ich meine „Biopause“ ohne mich komplett auszuziehen?“

Das Rad ist ja bestellt, aber leider gehört zum Radfahren ja noch eine Menge anderes… Helm, Pedale, Flaschenhalter, Handschuhe…. So langsam wächst der Stapel mit den Fahrradsachen in meinem Wohnzimmer. Am wichtigsten war mir aber eine Hose die so gepolstert ist, dass ich nicht gleich nach zwei Kilometern jammere dass mir der Hintern weh tut.

Zum Glück habe ich ja einen passionierten Radler in der Wohnung, der mir zu einer Bib-Shorts geraten hat, da durch diese der Nierenbereich etwas geschützt ist. Eine kurz Hose kann ja prima durch Knielinge ergänzt werden (auch wenn die noch in meiner Sammlung fehlen). Also machte ich mich auf die Suche und bestellte gleich 5 unterschiedliche Hosen, die ich euch vorstellen möchte.

Die erste war die „dhb Aeron Halterneck Trägershorts Damen“ für 62,99€ (reduziert von 89,99€). Eine coole Idee ist der Neckholder. Frauen haben es bei der Pipipause („Biopause“ ist wohl der Euphemismus) etwas schwerer als Männer, wenn sie sich erst aus dem Trikot und dann noch aus der Hose schälen müssen. Daher haben sich die Hosenhersteller Gedanken gemacht. Hier kann man den Neckholder einfach über den Kopf streifen und die Hose herunterziehen. Das Trikot kann dabei anbehalten werden. Beim Anprobieren kamen mir allerdings Zweifel, ob der Neckholder nicht langfristig doch zu viel Druck auf den Nacken ausübt oder scheuert. Ansonsten saß die Hose aber top und auch das Sitzpolster überzeugte durch verschiedene Polsterteile die dafür sorgen, dass keine Falten geworfen werden. Der Rücken ist durch den Neckholder komplett frei, ein Nierenschutz also überhaupt nicht gegeben. Für den Hochsommer aber sicherlich toll.

https://www.bike24.de/p1274613.html

Hose Nummer zwei war die „PEARL iZUMi SELECT Women’s Pursuit Attack„, UVP 89,95€, im Angebot für 52,99€. Optisch schön durch den Verschluss, der die Träger vor der Brust und nicht an den Seite hält. Das Rückenteil wird nur in die Hose gesteckt. Dadurch ist auch hier die Biopause einfach, da die Hose einfach ohne weitere Umbauten heruntergezogen werden kann. Der Nachteil ist, dass der weiße Stoff am Rücken leicht aus der Hose rutschen kann und nie ganz faltenfrei liegt. Letzteres ist natürlich nicht so dramatisch, da dies ja durch ein Radtrikot verdeckt wird. Ausschlaggebend für die Rücksendung der Hose war aber letztendlich die Qualität des Polsters, die mich im Gegensatz zu den anderen überhaupt nicht überzeugt hat. Es ist sehr dünn und besteht aus einem durchgehenden Material, welches leicht zerknautscht. Schön bei dieser Hose ist der hoch geschnittene Rücken und auch die gute Passform.

https://www.bike24.de/p1206115.html

Die nächste Hose war mein Favorit, auf den ich mich sehr gefreut habe. Mit dem Verschluss an der Vorderseite wie beim vorherigen Modell und den weißen Streifen an den Oberschenkeln optisch ein Highlight. Es geht um die „GORE Wear C5 Damen Kurze Trägerhose black/white„. Die UVP liegt hier bei 109,95€, bei bike24 für 75,99€. Beim Polster hat sich GORE nicht lumpen lassen. Es besteht aus mehrer Flächen und ist an die weibliche Anatomie angepasst. Sie sitzt sehr knapp, aber wenn man sich erst einmal reingezwängt hat, sieht sie auch super aus. Ein bisschen Kompression hat ja noch keinem geschadet. Auch hier ist der Rücken geschützt, aber etwas schmaler geschnitten als bei der PEARL. Für die Erleichterung hat GORE zwei Reißverschlüsse auf Höhe der Oberkante des Beckens eingebaut, die beidhändig zu öffnen sind ohne sich hinter dem Rücken den Arm zu brechen. Aber beim Ausprobieren musste ich feststellen, dass das leider so gar nicht funktioniert. Die Reißverschlüsse sind zu kurz und zu weit oben, sodass sie zwar aufgehen, die Hose sich aber (auch hockend) nicht einmal halbwegs herunterziehen lässt. Ob es besser wäre, wenn die Hose eine Nummer größer wäre (gab es leider nicht mehr), weiß ich nicht. Ich bezweifle es aber stark. Wirklich schade. Durch die Spannung ist vermutlich auch die Lebensdauer der Reißverschlüsse begrenzt.

https://www.bike24.de/p1266058.html

Minimalistisch aber auch schicke kam die von 109,00 auf 69,99€ reduzierte „Etxeondo Koma 2 Bib Shorts Women Black/White“ daher. Ein schickes Polster und weiche Träger machen sie zu einer sehr schönen Bibshorts. Die Träger sind zwar sehr bequem machen aber aufgrund der fehlenden Nähte den Eindruck als ob sie zum Ausleihern neigen. Nur eines fehlt mir als Frau, womit mich die anderen Modelle einfach überzeugt haben: die Möglichkeit sich „die Nase zu pudern“ ohne sich komplett auszuziehen. Wenn man diese Möglichkeit kennengelernt hat, möchte Frau auch nicht darauf verzichten.

https://www.fahrrad.de/etxeondo-koma-2-bib-shorts-women-M667050.html?dwvar_M667050_color=785137&dwvar_M667050_9=1320&cgid=37305

Kommen wir zu meinem Testsieger, der bleiben durfte und mir hoffentlich angenehme Stunden auf dem Rad beschert. „Endura FS260 Pro DS Bibshort Damen Schwarz„. Kostenpunkt 57,99€ (von UVP 99,99€). Hier passte das komplette Paket. Der Rücken wird durch den Netzstoff etwas warm gehalten, und die Hose ist schick geschnitten. Der Stoff fühlt sich fest und wertig an. Schon beim Anziehen wusste ich, dass das meine Hose ist. Nach dem GORE-Desaster machte mir der Reißverschluss an der Hüfte Sorge. Hier verläuft er von Oberschenkel zu Oberschenkel. Auch hier ist er etwas unter Spannung, sodass man ihn mit Gefühl auf und zu machen sollte, aber letzten Endes funktioniert das Ganze und der Getränkerückgabe steht nichts im Wege. Wenn man nicht gerade auf jeder Tour drei Mal austreten muss sollte er auch eine ganze Weile halten.

https://www.fahrrad.de/endura-fs260-pro-ds-bibshort-damen-M147237.html?dwvar_M147237_color=335036&dwvar_M147237_9=465&cgid=

Heute werde ich sie das erste Mal ausprobieren, wenn ich meinen Freund bei einer Laufrunde begleite. Dafür nutzte ich heute sein Mountainbike. Ich bin sehr gespannt. Allerdings bin ich nicht sehr optimistisch. Nach unserer Valentinstagtour auf dem guten alten Herkules meines Vaters tut mir auch heute (zwei Tage später) der Popo noch heftig weh.

Nachtrag

So, die die nächste Radtour habe ich in der Tasche. Ich habe meinen Freund Kai auf seinem MTB begleitet. Mit dabei waren sein Zwillingsbruder und dessen Sohn. Das war also gleich meine MTB-Premiere. Das Rocky Mountain fuhr sich gut, wenngleich der breite Lenker etwas ungewohnt ist. Zwischendurch taten mir ganz schön die Ellenbogengelenke weh. Ob ich wohl doch etwas verkrampft gefahren bin? Dem Hintern ging es vergleichsweise gut. Die Hose sitzt gut und die Polster sitzen an den richtigen Stellen. Natürlich tun aber die Sitzhöcker noch von der Tour am Donnerstag weh. Die Oberschenkel haben zwischendurch auch ein wenig gebrannt, aber so im Nachhinein geht es mir gut. Madame war allerdings so geschickt, zwischendurch die Uhr nicht wieder zu starten. So sind mir zwei Kilometer verloren gegangen. Insgesamt waren es wohl 12,78 hügelige Kilometer.