Höhenmeter-Torto(u)r – viel Wind und viel Kopfsteinpflaster

Bei Facebook habe ich zusammen mit meinem Freund und noch einem Bekannten einen Startplatz für die CycleTour von Braunschweig nach Magdeburg gewonnen. Diese findet am 15.09., also nächste Woche statt. Hier werden verschiedene Distanzen angeboten. Ein Rennen über 100 km bei dem ich die geforderte Geschwindigkeit von 28 km/h noch nicht fahren kann. Eine 60 km-Tour die zwischen den beiden Städten beginnt und ohne Zeitmessung stattfindet und dasselbe noch über die 100er-Distanz. Ich weiß nicht, was mich da geritten hat, aber ich habe mich für die 100er-Runde angemeldet. Prinzipiell sicher machbar, wäre da nicht die Querung des Elm, die dazu führt, dass die Tour 890 Höhenmeter hat. Bisher hatten auch meine längeren Fahrten eher so um die 500… Damit ich nicht völlig in der nächsten Woche überrumpelt werde habe ich mir mit komoot eine schöne 80 km Runde zusammengebastelt. „Schön“ wirkte sie zumindest auf dem PC. Wirklich schön war zumindest das Wetter. Also die Sonne schien… Aber der Wind war alles andere als ohne.

Wie mir immer wieder eingebläut wird, bin ich am Donnerstag ganz locker und leicht tretend gegen 16.30 Uhr losgerollt. Allerdings war das schlagartig am ersten Berg nach etwa 10 km vorbei. Mit einer ersten Verschnaufpause und völlig abgekämpft kam ich oben am Windpark Königshagen an. Da die Rückseite des Hügels gepflastert ist, war auch die Abfahrt alles andere als entspannt. Etwas angenehmer verlief der weitere nur leicht hügelige Weg über Silkerode, Zwinge und Sonnenstein, da Asphalt nur selten böse Überraschungen bereit hält. In Sonnenstein lotste mich meine Uhr auf einen Feldweg, der schon mental einiges an Kraft verlangte. Er ging nämlich lange schnurgerade bergauf.

Auch an der nächsten Kreuzung führte mich der Weg noch höher, was immerhin durch eine schöne Aussicht  belohnt wurde. Von nun an wurde es richtig unangenehm. Zwar wechselten Bergauf- und Bergabschnitte, jedoch wurde an jedem steileren Abschnitt der Teer durch Kopfsteinpflaster abgelöst. Ich vermute, dass dies übermütigen Autorasern die Felddurchfahrt vermiesen soll. Mir hat es diesen Abschnitt allerdings auch vermiest. Schön war erst wieder die lange Gerade nach Limlingerode, bei der ich entspannt strampeln konnte. Zwischen Mackenrode und Tettenborn kreuzte ich die ehemalige innerdeutsche Grenze und in Tettenborn zog mir jemand den Stecker.

Grenzübergang zwischen Mackenrode und Tettenborn
Die neue Ortsumgehung.

Ich versuchte mehr zu trinken und nahm ein Gel und kämpfte mich weiter. Eigentlich war das Ziel Walkenried. Ein Schild wies allerdings daraufhin, dass die Ortsdurchfahrt gesperrt sei. Ich fuhr noch ein paar Meter in Richtung Walkenried, hörte noch einmal ganz tief in mich hinein und wendete. Mit ziemlicher Sicherheit wäre ich als Radfahrer durch die Sperrung hindurch gekommen, aber ich hatte keine Lust auf böse Überraschungen und wählte daher den direkten Weg über Bad Sachsa, vorbei am Sachstenstein mit schönen Abbruchkanten aus dem Gipsabbau.

In Sachsa wähnte ich mich auf dem Rückweg und fast zu Hause, was ich nach knapp 50 km ja auch war. Allerdings hatte ich den 1,2 km langen Anstieg in Sachsa mit teilweise über 10% Steigung unterschätzt. Auf halber Strecke überlegte ich, meine Eltern anzurufen und mich abholen zu lassen. Ich konnte WIRKLICH nicht mehr. Einige Meter schob ich das Rad und nippte noch ein paar Mal an meinem Wasser, was fast aufgebraucht war. Dunkel wurde es auch langsam und ich wollte nur noch nach Hause. Einen Anstieg bei Stein musste ich noch überstehen, dann lief es wieder besser, da bergab. In Barbis sprang ich über meinen Schatten und bat eine junge Frau mein Wasser aufzufüllen. Die 1,25l hatten nicht gereicht. Erst nach dreieinhalb Stunden rollte ich vor der Haustür vor. Mit knappen 70 km und über 700 Höhenmeter. Wind und Höhenmeter haben mir wirklich zu schaffen gemacht. Anstatt mich für das nächste Wochenende zu beruhigen bin ich jetzt erst recht nervös und weiß nicht, ob ich die Strecke bewältigen kann. Andererseits kann ich dann in der Gruppe fahren und ich habe mit meinem Freund mentale Unterstützung dabei, dass ich irgendwie auch 900 hm schaffe. Ich werde berichten.

Neues Outfit von owayo

(BEITRAG ENTHÄLT WERBUNG OHNE FINANZIELLES INTERESSE)

Es gab Post von owayo! Nein nicht geschenkt, sondern brav bestellt und bezahlt. Das habe ich gestern ausgepackt und war ganz aufgeregt. Ich hatte bisher ja nur Trikots mit Ärmeln (kurze und lange) und ein geliehenes ärmelloses von meinem Freund. Allerdings bleiben bei Trikots mit kurzen Ärmeln die Schultern weiß und wenn ich Konzerte singe, sieht das im Kleid ganz fürchterlich aus. Daher wollte ich gerne ein eigenes ohne Ärmel haben. Lange hatte ich im Internet gesucht und nicht so richtig das Passende gefunden. Lediglich auf fragwürdigen chinesischen Seiten gab es ganz nette Designs und auf ganz exklusiven europäischen Seiten. Da kam mir der Gedanke, mir selbst eins mit Wiedererkennungswert zu entwerfen. Bei der Suche stieß ich schnell auf die Seite von owayo, einem deutschen Hersteller, der komplett in Deutschland produzieren lässt. Ich fing sofort an zu basteln und entwarf mir auch gleich noch ein paar Winter-Armlinge. Die brauche ich sowieso noch. Um das Outfit zu komplettieren gab es auch noch eine Cap dazu. Damit auch alles gut passt bestellte ich mir zuvor Probeartikel um bei den Größen keinen Fehler zu machen. Die die Probeartikel zahlt man lediglich den Rückversand, das ist fair. Bestellt man in größeren Margen ist owayo sehr günstig. Bei Einzelanfertigungen zahlt man entsprechend mehr. Irgendwie wollte mein Freund kein pink-schwarzes-Trikot mit der Aufschrift „die Diva radelt“. Ich kann mir nicht erklären, warum… Nun hoffe ich aber, dass das Geld gut investiert ist und freue mich über die neuen Sachen. Bezahlt habe ich insgesamt 201,40 €:

Radtrikot CT5w Pro Ärmellos (Damen): 101,50 € (kostet ein gutes Markentrikot auch)

Armlinge Winter CAAW5 Pro: 49,00 € (der Preis ist völlig im Rahmen und ich liebe die Qualität)

Radmütze CACP5 Pro: 46,00 € (das ist für so ein Mützchen verdammt viel Geld….)

Der Rest waren die Versandkosten.

Was sagt ihr dazu? Über Kommentare würde ich mich sehr freuen!

Durch das Land der 1000 roten Ampeln – Ruhrgebiets-Tour

(Beitrag enthält Werbung ohne finanzielles Interesse)

Am Pfingstwochenende stand Familienbesuch auf der Agenda. Meine Cousine und ihr Mann sind kürzlich Eltern geworden und meine Oma wollte auch einmal wieder besucht werden. Machen wir uns nichts vor, vom Harz ins Ruhrgebiet – das schaffe ich noch nicht mit dem Rad, aber die Entfernung von 37 km zwischen Kamen und Bochum reizte mich doch, sodass ich neben meiner Reisetasche auch mein Fahrrad in den Kofferraum legte. Nun stellte sich noch die Frage, wie komme ich gefahrlos von A nach B? Zuerst befragte ich Google Maps zu einer geeigneten Radstrecke. Dieses spuckte mir Wege über verschiedene Bundesstraßen aus. Das war das Letzte, was ich wollte, da diese im städtischen Bereich doch eher Autobahncharakter haben. Also schaute ich einmal bei komoot. komoot ist eine App für Sportler aller Art und kann weltweit eingesetzt werden. Toll ist auch, dass die Untergrundbeschaffenheit angegeben wird. Allerdings können Routen kostenfrei nur online angezeigt werden. Gerade bei längeren Touren leidet der Handyakku dann sehr. Zudem habe ich keine Halterung für mein Handy. Allerdings habe ich eine Garmin fenix 5s. Die hat zwar selbst kein Kartenmaterial, aber kann gespeicherte Routen mithilfe eines Richtungspfeils wiedergeben. Auch dies ist allerdings kostenpflichtig. Eine Einzelregion kostet 3,99 €, ist aber häufig beim ersten Mal kostenfrei. Diese hätte aber nicht meine ganze Route abgedeckt. Ein Regionenpaket kostet 8,99 €. Das deckt deutlich mehr ab, wäre mir für eine Tour aber zu teuer gewesen. Daher habe ich zum Komplett-Paket gegriffen, dass einem weltweit Karten (auch zur offline-Nutzung) zur Verfügung stellt und lebenslang kostenlose Karten-Updates bietet. Allerdings ist komoot ein ziemlicher Datensauger, ähnlich wie Strava. Dessen sollte man sich bewusst sein. Ansonsten bin ich aber sehr zufrieden mit der App und die Navigation hat wunderbar geklappt. Nach jedem Abzweig bekommt man die Bestätigung ob man noch auf dem richtigen Weg oder falsch abgebogen ist.

Um 5.10 Uhr klingelte der Wecker, um 6 Uhr saß ich im Auto und fuhr nach Kamen. Das Wetter versprach gut zu werden und bei meiner Ankunft gegen 8.30 Uhr waren die laut Wetterbericht angekündigten 17°C erreicht. Also konnte ich, nachdem ich meine Oma begrüßt und mich umgezogen hatte, ärmellos, aber mit Weste losrollen. Über Südkamen führte ging es über die Landstraße nach Afferde.

Über Wickede, Asseln und Brackel näherte ich mich größtenteils über Radwege Dortmund. In Asseln stieß ich auf die hübsche Lutherkirche, die deutlich älter wirkt, als sie ist. Der Grundstein für den neugotischen Bau wurde tatsächlich erst 1904 gelegt.

Im Ortsteil Wambel ist eine der größten Galopprennbahnen Deutschlands. Der Radweg führt hinter dieser vorbei und ist durch eine Betonwand getrennt. Diese Betonwand ist zum Sprayen freigegeben und dies führt dazu, dass sich die Graffiti-Künstler hier in aller Ruhe austoben können und tolle Kunstwerke entstehen. Auf dem Rückweg wollte ich noch einige davon fotografieren, aber leider hatte ich da die Zeit im Nacken.

Ab Wambel wurde es wirklich anstrengend. Erstens hatte ich tatsächlich das Höhenprofil des Ruhrgebiets etwas unterschätzt. Mit dem Harz ist es nicht vergleichbar, aber wenn man mit einer flachen Route gerechnet hat, merkt man jeden Hügel, was in Bochum seinen Höhepunkt finden sollte, im wahrsten Sinne des Wortes. Nein, viel schlimmer waren die Ampeln. Leider habe ich verpasst mitzuzählen, wie oft ich an diesen hämisch rotleuchtenden Geräten stand, aber um die 30 Mal sollte es gewesen sein. Vermutlich sogar häufiger. Das ständige langsamer werden und hoffe, dass sie doch noch umspringt, anhalten, warten und wieder anfahren ist kräftezehrend. Selbst in den verkehrsberuhigten Zonen kann man nur begrenzt entspannt fahren. Wenn ein Fahrer eines tiefer gelegten Golf sein Auto am liebsten über die Schwellen heben möchte und auch zwischen den Bodenwellen nicht ansatzweise Platz macht, dass man an ihm vorbeifahren könnte ist das zum Brechen. Von den Autos die kreuz und quer auf Fahrradwegen und – streifen parken muss ich gar nicht erst reden.

An der Westfalenhalle und dem Signal Iduna Park fuhr ich unter anderem über Schönau, Stockum und Witten nach Bochum. Meine Cousine lebt mit ihrer Familie im Ortsteil Querenburg, wo auch die Uni und Hochschule zu finden sind. Wikipedia bezeichnet die Gegend rund um Bochum als „Flachhügeligen Landrücken“, der geprägt ist durch „gleichmäßigen Steigungen und Gefälle“. Das habe ich gemerkt, wobei, der letzte Anstieg mit 10,9%iger Steigung echt gemein war, vor allem wenn man um die Kurve kommt und in einem viel zu schweren Gang in den Berg geht.

Angekommen in Bochum (11.02 Uhr) war für den Knirps gerade Fütterungszeit angesagt, sodass ich Zeit hatte, mich etwas frisch zu machen und umzuziehen. Angekündigt hatte ich mich für 11 Uhr, gehofft hatte ich auf 10.45 Uhr. Tatsächlich hatte ich aufgrund der Ampeln volle zwei Stunden gebraucht. Dann durfte ich den kleinen neuen Erdenbürger kennen lernen, der jetzt knapp einen Monat alt ist. Selten habe ich ein so entspanntes Kind kennengelernt. Nicht nur, weil er nach dem Stillen fast sofort einschlief, sondern auch ansonsten wirkte er durchweg zufrieden. Hoffentlich bleibt das noch ein bisschen so. Da die letzten Wochen für die frisch gebackenen Eltern noch sehr turbulent waren, hatte ich für den Besuch nur zwei Stunden einkalkuliert um ihnen nicht allzu lange zur Last zu fallen. Das war wirklich schade, da ich gerne noch geblieben wäre. Allerdings hatte ich mich zum Kaffee bei der Oma angemeldet. Das nächste Mal bleibe ich aber auf jeden Fall länger. Nach einem leckeren Mittagessen (selbstgemachte Pizza und Salat – aber nur ganz wenig, dass ich noch radeln kann), setzte ich mich wieder auf den Drahtesel und fuhr zurück.

Auf dem Heimweg nahmen die Böen ganz schön zu und die Temperatur machte mir etwas zu schaffen. Mittlerweile lag die die Temperatur bei etwa 27°C. Da ich schon recht spät dran war, verkniff ich mir weitere Fotopausen, die ich mir auf dem Hinweg vorgenommen hatte. Erst in Wambel zückte ich noch einmal die Kamera, da dort ein Graffitikünstler gerade bei der Arbeit war. Der freute sich über mein Interesse und stand bereitwillig Modell. Auch erzählt er ein wenig über das legale und illegale Sprayen. Das war sehr spannend. Ein netter Kerl.

Fast pünktlich um 15.40 Uhr kam ich bei meiner Oma zum Kaffeetrinken an. Der Erdbeerkuchen kam jetzt gerade recht. Auch wenn ich die Höhenmeter im Ruhrgebiet unterschätzt habe 474 waren es auf der Tour) , war es trotz allem eine interessante Erfahrung in der Stadt zu fahren. Wenn auch viel langsamer als hier, mit 23 km/h, war es mindestens genau anstrengend, da man nicht in einen gleichmäßigen Tritt kam. Ich lerne, daraus, dass man in Städten definitiv mehr Zeit einplanen muss.

Löcher im Magen, Hyperventilieren und nasse Füße

Lange habe ich nichts von mir hören lassen. Leider war in den letzten Wochen nicht so richtig viel Zeit für längere Touren und wenn es die Zeit hergegeben hätte, war das Wetter so mies, dass doch eher das Sofa gelockt hat. Zwei Tage nach der letzten Tour, bei der wir zu viert unterwegs waren, habe ich mich mit Kai noch einmal in den Harz begeben. Eine 40er Runde mit einigen Höhenmetern zwischen Sieber und Silberhütte. Dort habe ich das erste Mal in meinem Leben hyperventiliert. Ich wusste nicht, dass ich so hysterisch werden kann. Ist aber ein wirklich doofes Gefühl, wenn man vor sich hinkeucht und das Gefühl hat, dass die Luftröhre immer enger wird. Mit panischem Geheule – das volle Programm. Woran genau das gelegen hat weiß ich bis heute nicht. Vermutlich eine Mischung aus Pollenallergie, zu schnellem Fahren am Berg und Erschöpfung von der letzten Tour. Was lernen wir daraus? Ruhig bleiben, Antihistamine nehmen und Regenerationszeiten einhalten. Zur Beruhigung gab es hinterher ein Eis in Bad Lauterberg. Dank Kais Windschatten fuhr ich trotz des kleinen Aussetzers persönliche Rekorde auf einigen Streckenabschnitten.

Etwa eine Woche später, am 30. April habe ich Kai von der Arbeit abgeholt und dabei prompt zwei Krönchen (Queen of the Mountain) bei Strava abgetaubt. Diese sogar aus eigener Kraft und ohne Windschatten. Das macht mich immer gleich doppelt stolz.

Der nächste Dämpfer kam am 01. Mai. Geplant war eine große Feiertags-Runde. Am Nachmittag zuvor war mir allerdings etwas flau im Magen und ich konnte kaum etwas essen. Dies sollte sich am nächsten Tag böse rächen. Von Herzberg ging es über Mühlenberg nach Osterode und Badenhausen. Schon auf den ersten 20 km hatte ich ein großes Loch im Bauch und auch der Müsliriegel konnte dies nicht so recht stopfen. Wir rollten weiter nach Eisdorf und Nienstedt. Auch kräftemäßig lief es nicht rund, sodass ich auf dem Weg nach Marke mitten am Berg anhalten musste um etwas zu essen. Nach Marke ging es bergab. Zum Glück nicht im übertragenen Sinne, sondern im wahrsten Sinne des Wortes. Katlenburg und Wachenhausen waren die nächsten Ziele. Durch die Feldmark ging es – teilweise über Schotter – nach Bils- und Gieboldehausen. Über Rhumspringe fuhren wir zurück nach Hause. Auch die letzten Kilometer hatte ich ganz schön zu kämpfen. Trotzdem wurden es über 67 hügelige Kilometer, die bei super Wetter größtenteils trotzdem Spaß gemacht haben.

Vier Tage später lief es besser. Wieder nahmen wir eine knapp 70 km lange Tour in Angriff. Allerdings dieses Mal über Osterode, Ührde, Wulften, Gieboldehausen nach Duderstadt, wo wir uns Kuchen und Laugenstangen gönnten und dann auf direktem Wege zurück fuhren. Anfangs waren die Beine noch schwer, aber dann lief es ganz gut.

Am 11. Mai nahm ich alleine noch einmal die Serpentinen nach Silberhütte in Angriff um das Hyperventilations-Drama zu verarbeiten. Eher eine Pflichttour, da es ununterbrochen geregnet hat. Ich bin ja nicht wasserscheu, aber irgendwann waren meine Füße klitschnass und meine Zehen stachen, da sie nicht mehr vernünftig durchblutet wurden. Egal – ich möchte ja nicht als Schönwetterradler enden. Da muss man da einfach durch. Und es hat sich gelohnt. Trotz zweier kurzer Pausen am Berg bin ich persönliche Bestzeit gefahren und die Schnappatmung war relativ schnell vorbei.

Am Donnerstag habe ich es getan und bin mit dem Rad zur Arbeit gefahren. Ich hatte erst zur dritten Stunde und musste lediglich eine Klassenarbeit schreiben lassen. Auf dem Rückweg hängte ich einige Kilometer dran und war letztendlich 86 km unterwegs. Ganz allein und ohne Windschatten. Die Strecke war flach und daher konnte ich eine für mich recht hohe Geschwindigkeit von 26,6 km/h durchhalten. Bei der Tour führte mich der Weg nach Northeim. Mittags besuchte ich Kai kurz in Gieboldehausen und von dort radele ich zurück. Ärgerlicherweise vergaß ich beim Losfahren meine Uhr zu starten. Dies merkte ich erst kurz vor Rhumspringe. Wäre mir das nicht passiert, hätte ich vielleicht die 90 km voll gemacht. Aber frustriert von der fehlenden Dokumentation verzichtete ich darauf. Da ich das erste Mal alleine eine so lange Strecke gefahren bin, war dies sicherlich auch die richtige Entscheidung, da meine Oberschenkel kurz vor dem Ziel anfingen zu zittern.

Um mich zu motivieren habe ich übrigens bei http://www.owayo.de (Achtung, Werbung) ein bisschen Geld für selbst designte Radbekleidung ausgegeben. Sie sollte hier Mitte Juni eintrudeln. Ich bin total gespannt, auch auf eure Reaktion.

Graveltour #4 und #5 – Im Harz und an der Ostsee

Zusammengefasst ein kleiner Bericht zu den letzten Touren, da sich ja nicht jedes Mal ein eigener Text lohnt.

In der letzten Woche war ich bei leichtem Nieselregen das erste Mal mit dem Rad im Harz. Regen und Berge – ich fand mich sehr tapfer. Das Ziel war, das Siebertal etwa 15 km in eine Richtung zu beradeln und dann zu wenden, um meine Beine langsam an die Berge zu gewöhnen. Das Siebertal steigt zunächst sachte an, sodass die ersten Kilometer ganz gut liefen. Ab Kilometer 10 findet man sich allerdings auf den Serpentinen Richtung St. Andreasberg. Diese raubten mir ziemlich schnell die Kräfte und ich brauchte zwei kurze Zwischenstopps um wieder zu Kräften zu kommen. Nach 3,5 echt richtig gemeinen Kilometern war ich oben und stolz wie Oskar.

Nun hatte ich ja eigentlich vor, wieder zurück zu rollen, aber das hätte in der Auswertung doof ausgesehen, daher bin ich über Silberhütte nach Bad Lauterberg gefahren und über Barbis und Scharzfeld nach Hause. Bis auf leichte Krämpfe in der Rückseite der Oberschenkel lief der Rückweg echt ganz gut. 41,14 km mit 362 Hm mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h, da kann ich als Anfänger nicht meckern.

Einige Tage später fuhren wir für vier Tage an die Ostsee. Leider hatte sich die Temperatur deutlich abgekühlt, aber trotzdem nutzen wir zwei Tage für Radtouren. Unser Domizil befand sich in Kühlungsborn, dem größten Bade- und Erholungsort Mecklenburg Vorpommerns.

Die Strandpromenade ist über 3 km lang und auch östlich befinden sich wunderschöne Strandabschnitte. Inmitten des Orts liegt der Stadtwald. Dieser ist überraschend groß. Dies lässt sich durch das Verschmelzen der Orte Brunshaupten, Arendsee und Gut Fulgen erklären, welche diesen Wald umgaben. Hier kann man wunderbar spazieren, kleine Runde laufen oder auch hindurch radeln. Auch Wild sieht man dort hin und wieder. Den Wald ließen wir bei unserer ersten Tour allerdings links liegen und fuhren gen Osten nach Warnemünde.

Über Börgerende und Nienhagen ging es entlang der Küste mit schönen Ausblicken, abwechlungsreichen Wegen (Asphalt, Pflaster, Waldboden, Schotter) und dem Gespensterwald nach Warnemünde. Störend waren nur die vielen anderen Touristen, die sich wenig fahrradfreundlich unberechenbar kreuz und quer auf den Wegen bewegten. Dies machte die Fahrt sehr anstrengend, da man kaum flüssig fahren konnte.

In Warnemünde fließt – wie der Name schon verrät – die Warnow in die Ostsee. Daher war schon im 14. Jahrhundert das Dorf sehr wichtig für Rostock, um sich den Hafenzugang zu sichern und wurde daher erworben und blieb bis ins 19. Jahrhundert eher die arme Exklave des großen Bruders Rostock. Heute zieht es viele Touristen nach Warnemünde, was sowohl dem langen breiten Sandstrand, dem charakteristischen Leuchtturm mit dem Kaffee-Pott als auch dem gut fluktuierten (Kreuzfahrt-)Hafen zuzuschreiben ist. Zudem lockt Warnemünde regelmäßig mit Veranstaltungen wie der Hans Sail oder diversen Sportwettkämpfen am, im und auf dem Wasser.

Wir spazierten bis ans vorderste Ende und gönnten uns anschließend am Hafen Fish&Chips, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Leider war es wie erwähnt ziemlich kalt, was einen längeren Aufenthalt nicht möglich machte. Für die Rückfahrt wählten wir den Radweg entlang der Straße, sodass wir zügig und mit wenig Hindernissen zurückfahren konnten. Nach 2:22 h und etwas über 55 km kamen wir wieder in Kühlunsborn an: Eine nette kurze Tour mit schönen Ausblicken. Allerdings ist sie nichts für Schnellfahrer, da der Weg entlang der Ostsee bei schönem Wetter immer sehr voll ist.

Meine Uhr verriet mir nach der Tour, dass dies mal wieder eine längste Strecke war. Das blieb sie aber nicht lange, denn zwei Tage später ging es weiter… In dem Sinne: bike on!

Kleine Anmerkung am Schluss: vielleicht möchtest du mir ja folgen? Darüber würde ich mich sehr freuen!

Mein Drahtesel

Die Entscheidung ist gefallen, ein Rad muss her. Eines das hoffentlich Spaß macht. Aber was für ein Zweirad soll es werden? Ein E-Bike hätte den Vorteil, dass ich mit meinem Freund mithalten könnte. Ist aber, wenn man ein gutes haben möchte, nicht so ganz günstig. Daher lassen wir den Motor erst mal weg und fahren bio.

Rennrad, MTB oder Hollandrad? Ok, letzteres ist keine Option. Es soll ja ein Sportgerät sein. Mountainbikes sind schon toll: robust, gutes Profil, toll gefedert…. aaaaber ich hasse es, bergauf zu fahren, da meine Beine da schlapp machen und bergab bin ich ein ganz furchtbarer Angsthase, der – wenn andere fröhlich Schotterpisten herunter brettern – sein Rad schieben würde.
Aber Rennräder haben so dünne Reifen und so gar keinen Komfort. Außerdem käme ich mir als Radfahr-Greenhorn auf einem reinen Rennrad auch völlig fehl am Platz vor. Da wäre mit der Erwartungsdruck zu hoch…. Zum Glück gibt es Alternativen. Die Wahl ist auf ein Gravelbike gefallen, also ein etwas stabileres Rennrad mit vernünftigen Reifen, die auch auf unbefestigten Wegen eine gute Figur machen.
Bei der Markenwahl wurde ich durch meine Kontakte zum bike point in Gieboldehausen ziemlich direkt zu Scott geführt. Es macht durchaus Sinn eine Marke zu wählen, für die man für Serviceleistungen nicht zig Kilometer fahren muss. Natürlich ist Scott im Gegensatz beispielsweise zu Cube teurer, den Service habe ich aber direkt ums Eck.

Bei der Modellauswahl habe ich mich schwer getan. Über das selbst gesteckte Budget von 1000€ war ich schnell hinaus. Einerseits weiß ich noch nicht, ob mir Radfahren Spaß macht und wie lange meine Karriere dort andauern wird, andererseits macht das Radeln auf gutem Material sicherlich mehr Spaß als auf einem Drahtesel, der an allen Ecken klappert und quietscht. Da spreche ich aus Erfahrung…

Carbon ist ein schöner Werkstoff, aber für einen Amateur wie mich nicht nötig. Also habe ich im Januar einen Alu-Esel bestellt. Er ist weiß und hört auf den Namen SCOTT SPEEDSTER GRAVEL 10. Es hat die Ultegra-Ausstattung und wiegt knappe 10 kg. Die Damenmodelle von Scott wären für meine Baulänge von 1,78m nicht wirklich hilfreich. Das Rad ist ungesehen bestellt und ich hoffe sehr, dass es zu mir passt. Zuvor hatte ich auf dem Rad meines Freundes (Addict Größe M) und eines Bekannten (Größe L) probegesessen und mich daraufhin für die Größe L entschieden. Die Lieferung lässt noch etwas auf sich Warten, aber Mitte April sollte es da sein.

https://www.scott-sports.com/de/de/product/scott-speedster-gravel-10-bike

Bis April wird jetzt die Zeit genutzt und alle möglichen Onlineshops nach Angebote von Hosen, Helmen, Trikots, Handschuhen und was sonst noch so fehlt durchforstet. Ich glaube, der Postbote hasst mich bald… Ständig kommen hier Pakete an von bike24 bis fahrrad.de und und und…. Bisher habe ich immerhin schon eine Hose und einen Helm. In der nächsten Woche stelle ich euch die fünf Bib-Shorts vor, die ich probiert habe.